Mein Guilty Read: Die Dirk – Pitt – Reihe von Clive Cussler

Clive Cussler Dirk Pitt

 

Als ich ungefähr 13 Jahre alt war, entdeckte ich zum ersten Mal trashige Abenteuerromane für mich. Ich weiß noch, dass ich mit meinen Eltern irgendwo an der deutschen Küste im Strandurlaub und mir der Lesestoff ausgegangen war. In einem dieser Promenaden-Buchladen gab es einen Taschenbuch-Ständer mit Büchern, die für mein Taschengeld günstig genug waren und eins von ihnen – mit einem dunkelblauen Meeres-Cover – erregte sofort meine Aufmerksamkeit. Es war „Akte Atlantis“ von Clive Cussler. Der Autorrenname sagte mir etwas und ich erinnerte mich, meinen zehn Jahre älteren Bruder öfter mit seinen Büchern gesehen zu haben. Ich hielt das erst mal für ein gutes Zeichen und kaufte das Buch. Die nächsten Tage verbrachte ich fast ausschließlich lesend im Strandkorb, auf dem Ferienwohnungs-Sofa und der Luftmatratze. Das Wasser interessierte mich herzlich wenig, denn ich hatte mein Buch, und damals bedeutete das für mich noch, dass mir sonst erst mal alles egal war.

Ich verliebte mich vermutlich schon auf Seite 30 in den Titelhelden der endlos viele Bände umspannenden Dirk Pitt Reihe und seine „stechenden Augen“ und seine lässige Coolness im Angesicht zahlreicher Gefahren. Dirk Pitt ist so eine Art Unterwasser-James Bond – er erinnert ein bisschen an die nicht ganz so gefühlskalte Daniel Craig Version -, der für die fiktive National Marine Underwater Agency (NUMA) arbeitet. Eigentlich ist es sein Job, seinen Kollegen – Meeresbiologen und Archäologen – beim Bergen versunkener Schätze vom Meeresgrund zu helfen. Leider hängt aber immer irgendein Superschurke über krudeste Verbindungen mit in der Sache und so muss Dirk Pitt ein ums andere Mal plötzlich die Welt retten. Zur Seite steht ihm dabei sein bester Freund Al Giordino, den er noch aus Navy-Zeiten kennt. Zusammen mit ihrem Chef, Admiral Sandecker, und Wissenschaftler-Kollege Rudi bilden sie das perfekte Weltretter-Trashteam. (Nachdem ich „Akte Atlantis“ ausgelesen hatte, habe ich Zuhause dann übrigens erst mal das Bücherregal meines Bruders geplündert und alle Clive Cussler Romane gelesen, die er hatte. Danach habe ich dann diverse Remittenden-Kisten und Büchereiregale nach ihnen durchwühlt.)

Die Romane von Clive Cussler beginnen immer mit einer Rückblende zu einem historischen Ereignis  wie etwa dem Untergang der Titanic, dem Abschuss eines Flugzeugs, dem Versinken einer Stadt oder dem Auflaufen eines Schiffes auf Packeis. In dieser Rückblende erfahren wir dann, was die NUMA im weiteren Verlauf wiederfinden und bergen will um meist im ersten oder zweiten Kapitel zu erfahren, warum genau das eine schwierige Angelegenheit werden könnte. Die Dirk Pitt Reihe besteht aus einem wilden Mix aus Abenteuerroman, historischen Fakten und Fiktionen, klassischen Buddy-Wortgefechten, halsbrecherischen Rettungsaktionen und lebt vor allem von ihren Figuren.

Dirk Pitt, der angeblich wenig attraktive (Cussler ist da in der Figurenbeschreibung aber sehr inkonsistent, manchmal wird er auch als eher attraktiv beschrieben) Frauenheld mit scheinbaren Problemlösungs-Superkräften und sein eher einfach gestrickter, überloyaler Kumpel Giordino riskieren immer wieder ihr Leben, retten sich gegenseitig und analysieren das Gefühlsleben des anderen gerne mal in Gefahrensituationen (manchmal so detailliert, dass man fast ein Ship draus machen könnte).  Dabei dienen ihre Dialoge entweder der Unterhaltung des Lesers oder dazu, zu unterstreichen, wie clever Pitt ist. In jedem Buch hat dieser eine neue weibliche Eroberung, mit der er mehr oder weniger gentlemen-like umgeht, und in jedem legt er sich mit amerikanischen Behörden genau so gerne an, wie mit seinem Vorgesetzten, dem alten Haudegen Sandecker. Die Plots sind einfach gestrickt, aber spannend und in den späteren Büchern der Reihe beginnt Cussler, das Geschehen auch aus der Perspektive seiner Schurken zu beleuchten, was besonders viel Spaß macht.

Die Romane sprühen vor lauter kalter Kriegs Rhetorik (die meisten stammen aus den Achtzigern) und merkwürdiger Adjektivketten, aber ich habe sie immer sehr geliebt und tue es heute noch. Meine Lieblingsbücher der Reihe sind bis heute „Akte Atlantis“ und „Die Ajima-Verschwörung“, die für mich noch den plausibelsten Plot und die besten Wendungen haben und vor allem enorm viel Spaß machen.

Cusslers Bücher sind wenig intellektuell und sie stecken voller Klischees, die besonders meine innere Feministin ein ums andere Mal zum Schreien bringen müssten, aber sie sind auch der perfekte Weg, den Alltag gänzlich auszublenden und in aufregende Abenteuer abzutauchen, bei denen man sich aber nicht davor fürchten muss, dass sie ohne Happy End bleiben könnten. Bis heute sitze ich trotzdem jedes Mal fingernägelkauend über den Seiten, wenn Dirks Pläne wieder einmal schiefgehen und er kurz vorm Verbluten doch noch einen Weg aus allen Situationen findet. Ich freue mich jedes Mal über Giordinos dämliche Sprüche und den väterlichen Groll von Admiral Sandecker, wenn seine Jungs wieder einmal eine Schneise der Verwüstung hinter sich herziehen. Ich liebe, wie Rudi häufig der einzige mit Verstand ist und über alles skeptisch die Brauen hebt. Ich liebe, wie Dirk im Laufe der Reihe weicher, lustiger und klüger wird. Mir gefällt, wie Gewalt ein Teil des Plots, aber nicht sein Fokus ist.

Ich weiß, dass diese Bücher objektiv betrachtet wenn nicht schlecht doch zumindest nicht besonders gut sind – aber ich liebe sie trotzdem, denn sie machen mich zufrieden. Diese Romane haben mir ein ums andere Mal geholfen, in ferne Länder und fremde Leben zu flüchten, wenn mein eigenes schwierig wurde. Noch heute sind sie für mich wie ein litearisches Nachhausekommen. Und wenn Bücher so glücklich machen, weiß ich nicht, wie das schlecht sein sollte.

Mein guilty read hat mein Leben bereichert. Also kann er so guilty gar nicht sein.

 

Wenn ihr jetzt irsinnigerweise Lust auf die Bücher bekommen habt, haltet euch zuerst am besten an die o.g. Titel und an „Eisberg“ und „Operation Sahara“. Letzterer wurde auch in Form eines solide-trashigen Abenteuerfilms mit Matthew McConaughey (als der noch meilenweit von einer Oscarnominierung entfernt gecastet wurde) verfilmt, der sich zwar relativ weit vom Buch entfernt und vom Buchautor Cussler auch mit reichlich Kritik bedacht wurde, aber trotzdem wirklich sehr, sehr viel Spaß macht. Ich kann den Film nicht umsonst rückwärts mitsprechen.

Guilty Reads Blogparade: Gastbeitrag von @Goldpiratin zu Erotikliteratur

Die liebe @Goldpiratin von Twitter hat für meine Guilty Reads Blogparade einen interessanten Beitrag über Erotikliteratur geschrieben, den ich heute als Gastbeitrag veröffentliche. Viel Spaß beim Lesen und vielen Dank noch mal, @Goldpiratin, für den spannenden Einblick!

Guilty Reads Blogparade: Erotikliteratur

Ich gebe es zu: Ich lese gern Erotikliteratur. Diesen Satz kann man in der Öffentlichkeit eigentlich kaum aussprechen, ohne direkt mit kritischem Blick beäugt oder gar belächelt zu werden. Für die meisten sind Bücher aus der erotischen Literatur eher als „Schund“ oder als „Schmuddelromane“ bekannt. So etwas kaufen doch nur verbitterte ältere Hausfrauen, die ein miserables Sexleben haben und mit ihrem Leben unzufrieden sind. Ich habe die Blogparade zum Anlass genommen, um aufzuzeigen, warum ich der Meinung bin, dass viel mehr Leute Erotikliteratur lesen sollten.

 

Von Voyeurismus und gutem Sex

Um erotische Literatur wirklich genießen zu können, muss man sich wie bei jedem anderen literarischen Genre darauf einlassen können. Ich kann keinen Fantasy-Roman lesen, wenn ich dauerhaft darüber nachdenke, dass Drachen ja völlig unlogisch seien. Genauso verhält es sich bei Erotik: Es handelt sich immer noch um Geschichten. Ich stelle mir gern die Autoren und deren Gedanken vor, während sie die Zeilen geschrieben haben, die ich lese. Was inspirierte sie dazu, die Charaktere des Buches in meinen Händen so zum Leben zu erwecken, wie sie sind? Warum sind sie ausgerechnet so und nicht anders? Wie viel von dem Geschriebenen beruht wohl auf wahren Begebenheiten, die leicht verändert in die Geschichte einfließen?

Erotikliteratur ist immer auch ein kleines bisschen mit Voyeurismus verbunden. Während ich lese, bildet sich in meinem Kopf eine Art Kulisse. Die „Schauspieler“ betreten die Bühne in meinem Kopf und ich lese. Ich lese, wie sie sich kennenlernen. Ich lese, wie sie ihre Körper erkunden. Dabei komme ich mir vor, als wäre ich ein Zuschauer der Szenerie. Ganz im Gegensatz zu einem Porno strebt Erotikliteratur jedoch nicht zwingend nach Befriedigung. Für mich bedeutet sie genauso seelischen Eskapismus wie eine gute Serie oder ein Computerspiel. Darüber hinaus bietet mir erotische Literatur etwas, das mir kein Porno bieten kann: Künstlerische Inspiration, Fantasie und vor allem Einblick. Klar kann mich auch ein Porno inspirieren, was ich gern wann und wie ausprobieren möchte, aber für mich bedeutet Fantasie, dass es nur in meinem Kopf stattfindet. Jeder sieht bei einem Porno das Gleiche, bei einem Buch hat jeder seine eigenen Bilder im Kopf. Besonders auffällig wird dieser Fakt, wenn Bücher verfilmt werden. Wer ist da schon zufrieden mit der Auswahl der Schauspieler, sahen sie doch in seinem Kopf noch ganz anders aus?

Meiner Ansicht nach kann man von erotischer Literatur lernen. Man nehme zum Beispiel ein Buch, das von einer Frau geschrieben wurde. Die Frau beschreibt im Verlauf des Buches haarklein, wie ihr Date sie wo berührt – und wie es sich für sie anfühlt. Welche Berührung welche Gedanken in ihr auslöst. Diese intimsten Gedankengänge beruhen nahezu immer auf persönlichen Erfahrungen der Autoren. Solche Einblicke kann kein Porno bieten. Wenn nun ein Mann das Buch aus unserem Beispiel liest, erhält er vielleicht Einblicke in die Gedanken einer Frau, die er sonst nicht bekäme. Natürlich tickt jeder Mensch anders, aber das kann trotzdem inspirierend sein. Vielleicht schaut man(n) dann beim nächsten Sex genauer, wie der Körper der Frau auf seine Berührungen antwortet – und Aufmerksamkeit ist der Schlüssel zu gutem Sex.

Fazit

Ich sage nicht, dass einen Erotikliteratur zum Sex-Guru macht, das ist auch gar nicht die Absicht ebendieser. Es geht aber vor allem darum, bekannte und gern durchlebte Situationen im Kopf erneut zu durchleben, um dem Alltag zu entfliehen. Eskapismus eben, Urlaub für die Seele. Darüber hinaus ergibt sich aber wie gesagt die Möglichkeit, diese Situationen auch einmal aus anderen Blickwinkeln zu erleben und ich denke, das ist alles andere als abstoßend. Im Gegenteil, es fördert gar Empathie. Und vielleicht denkt ihr beim nächsten Buchkauf ja einmal mehr darüber nach, ob ihr dem „Schmuddelroman“ eine Chance geben möchtet.

Aufruf zur Guilty Reads Blogparade – VERLÄNGERT BIS 20. JUNI!

Ich habe mir neulich einen Ebook-Reader zugelegt, obwohl ich mir mal geschworen hatte, mir sowas niemals zuzulegen – aber das ist ein anderes Thema.
Nachdem ich ein paar Titel bewertet hatte, schlug der Kindle mir also Titel vor, die mir gefallen sollten. Und wie beinahe immer lag der Amazon Algorhitmus beinahe zu richtig.
Tatsächlich tauchten unter den Büchern, die der Reader mir vorschlug, einige meiner früheren Lieblingsromane von einem Autor auf, dessen Bücher ich als Teenager verschlungen habe.
Es handelt sich dabei um 80er-Jahre Abenteurromane von eher okayer literarischer Qualität, von denen ich seit Jahren keinen mehr gelesen habe, aber ich war sofort Feuer und Flamme und kaufte mir eins der vorgeschlagenen Bücher, das ich damals noch nicht gelesen hatte.

Und was soll ich sagen? Ich war wieder 14, fieberte mit und hatte einen Heidenspaß beim Lesen.
Obwohl der Roman alles andere als intellektuell ist und alles andere als politisch korrekt konnte ich ihn nicht beiseitelegen – genau wie früher.

Wir alle haben diese Bücher, die wir lesen, obwohl sie für andere vielleicht wie Schund daher kommen.
Ich bin zwar ein kleiner Buch-Snob, aber ich bin auch sehr, sehr anfällig für Guilty Pleasures und damit auch für Mainstream-Literatur und gelegentlich für Trash.
Obwohl ich wirklich gerne Klassiker und von der Kritik gelobte Bücher lese, für mich gibt es nur wenig No Go’s. Wenn es sich nicht um rassistische oder sexistische Kackscheiße handelt und ich Spaß beim Lesen habe – her damit!

Weil ich glaube, dass wir alle ein paar Bücher gelesen haben, bei denen Marcel Reich-Ranicki vermutlich Würgereitz verspürt hätte, und weil es manchmal einfach Spaß macht, sich zusammen am vermeintlichen „Schund“ zu erfreuen, möchte ich hiermit zur

GUILTY READS BLOGPARADE

aufrufen.

Berichtet davon, welche angeblich „schlechten“ literarischen Machwerke ihr früher gerne gelesen habt / heute gerne mögt und warum. Schreibt gerne auch darüber, warum angeblicher „Schund“ in euren Augen eigentlich ziemlich toll ist! Zeigt her eure guilty reads und ihre Helden! Teilt eure Liebe für verschlagene Piraten, abgedrehte Fantasywesen und glitzernde Vampire. Zeigt her die quietschbunten Cover und teilt, wie ihr zu eurem heißgeliebten Guilty Read gekommen seid und was er euch bedeutet.

Eingeladen ist absolut jeder, der Lust hat, mitzumachen!
Und das sind die Regeln:

1. Schreibt und veröffentlicht eure Beiträge bis zum [VERLÄNGERT!] 20.06. und verlinkt sie in einem Kommentar unter diesem Blogpost.
Wer keinen eigenen Blog hat, kann seinen Beitrag auch gerne auf anderen Wegen online veröffentlichen und hier verlinken. Ich kann ggf. auch Platz für Gastbeiträge auf diesem Blog einrichten, fragt mich einfach per Kommentar oder auf Twitter.

2. Spread the word! Damit möglichst viele Leute mitmachen, wäre es toll, wenn ihr diesen Post verlinken würdet. Denn je mehr Leute mitmachen, desto lustiger!
Bei Twitter könnt ihr dafür den Hashtag #guiltyreads nutzen =)

3. Am Ende der Blogparade fasse ich in einem Beitrag noch einmal alle Teilnahme-Blogposts zusammen und verlinke natürlich auch auf eure Beiträge!

 

Ich hoffe, es finden sich ein paar Leseratten, die Lust haben, mitzumachen, und freue mich, mit euch Geschichtenperlen abseits des Kritikerlobs zu entdecken!
Mein Beitrag zu meinen heißgeliebten Schund-Abenteuerromanen kommt natürlich auch noch =)

Whatever gets us through this night

movies-to-get-me-through-this-night

Die Welt ist zur Zeit nicht der Ort, den sich viele von uns wünschen. Vor einigen Jahren dachten wir noch, wir würden uns alle zusammen vorwärts bewegen, langsam in die Richtung eines stetigen Fortschritts, hin zu Gleichheit und Gerechtigkeit. Wir wussten immer, dass die Welt viele Probleme hat und es gab zu jeder Zeit genügend Rückschläge. Aber wer hätte noch vor fünf oder zehn Jahren gedacht, dass die Welt 2017 politisch so in Flammen stehen würde, dass das Beschneiden von Grundrechten plötzlich wieder in Mode kommen und rechts plötzlich nicht mehr verrufen sondern beliebt sein würde? Es sind dunkle Zeiten, in denen wir leben, aber wie schon der gute Dumbledore wusste, kann auch in der dunkelsten Zeit Licht gefunden werden.

Mich persönlich haben die Ereignisse der letzten Jahre ein wenig den Glauben in die Menschheit verlieren lassen. All das Morden und Sterben und Hassen war plötzlich überall so präsent und dann wird auch noch dieser knallorange, aggressive Mann vereidigt, der in einem seiner Wutanfälle die Welt in den Abgrund schubsen könnte, sogar ganz aus Versehen. Aber weil ich Optimist bin, glaube ich immer noch, dass alles wenn nicht gut doch wieder besser werden kann. Weil da draußen so viele großartige Menschen sind, die für ein besseres Morgen kämpfen. Der #WomensMarch gestern nicht nur in den USA, sondern auf der ganzen Welt hat mich tief berührt. So viele Frauen (und auch Männer) gingen auf die Straße, um für gleiche Rechte zu demonstrieren, ganz ohne Gewalt und in Solidarität zueinander – ohne dass ihre Hautfarbe, ihre Religion oder Nationalität eine Rolle gespielt hätte. Es sind diese inspirierenden Menschen, die mir Hoffnung geben, dass nicht alles verloren ist, dass auch der mächtigste Mann der Welt nicht kaputt machen kann, wofür so viele mutige Menschen jahrzehntelang gekämpft haben.

Wenn die vielen Plakate aber im Altpapier gelandet, die Berichterstattung wieder abgeflaut und die merkwürdigen Regierungsführer dieser Welt wieder in derselben Höchstform sind wie machtgierige Terroristen, erlischt die Flamme Hoffnung so schnell.
Manchmal schafft man es dann nicht, rechtem Gepöbel zu widersprechen, man ist zu müde, um den Silberstreif am Horizont zu sehen und der Weltschmerz lastet so schwer auf den Schultern, dass man nicht mehr aus dem Bett kommt. Für solche Zeiten aber hat die Welt seit Jahrtausenden eine Medizin zur Hand, die uns zumindest ein bisschen aufrichten kann: Das Geschichtenerzählen.

Movies that get me through this night

Wann immer ich im Leben den Glauben an die Zukunft verliere, sind Geschichten mein Anker. Ja, das ist Realitätsflucht, aber manchmal muss man fliehen, um den Kampf danach wieder aufnehmen zu können. Manchmal braucht man Zeit, um die Düsternis der Welt abzuschütteln und mir helfen gute Geschichten dabei. Ich habe mich also in den letzten Monaten wiederholt dabei erwischt, wie ich mich in Filme rette, die Geschichten erzählen, in denen Menschen durch Anstrengung die Welt ein bisschen besser machen – sei es nur ihre direkte Umgebung oder eine ganze Gesellschaft. Einige dieser Geschichten sind wahr, andere sind erfunden, aber eins haben sie gemeinsam – sie geben mir den Glauben an das Gute im Menschen zurück, wenn ich es verliere.

Für alle, denen es ebenso geht, die vielleicht eine kleine Rettungsboje brauchen, um im Meer des Hasses nicht unterzugehen, habe ich deshalb ein paar – unterschiedlich berühmte – Filmtipps, die eine kleine Flamme Hoffnung in die Düsternis brennen können.

Pride
Die britische Produktion erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einer Gruppe Homosexueller, die sich für LG-Rechte einsetzen und einem walisischen Bergabeiterdorf. Es ist eine wahre Geschichte, die beweist, dass Engagement immer einen Unterschied macht auch wenn es noch so klein beginnt. Eine Geschichte, die zeigt, dass Vorurteile überwunden und neue Solidaritäten entstehen können. Pride ist ein echtes Feelgood-Movie, das mit einem Strauss mutiger Charaktere aufwartet, die der Welt unbeirrt die Stirn bieten. Obendrein macht er wegen des guten Soundtracks und einer guten Portion Humor auch einfach sehr viel Spaß.

The Help
Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Kathryn Stockett (übrigens ein echter Lesetipp!) ist nicht unbedingt das, was man ein Feelgood-Movie nennen würde, gehört aber trotzdem oder gerade deswegen in diese Liste. In The Help geht es um das Leben von farbigen Hausmädchen in den amerikanischen Südstaaten der 1960er-Jahre und er geht dahin, wo es wehtut. Der Film erinnert schmerzhaft daran, wie wenig Zeit erst vergangen ist, seitdem people of colour dieselben Rechte zugestanden wurden wie weißen. Und obwohl dieser Film zuweilen grausam ist, ist er doch auch voller Wärme und Humor. Er erzählt von den engagierten Bemühungen einer jungen, privilegierten Frau, die Grausamkeiten aufzudecken, denen die Hausmädchen in ihrer Stadt ausgesetzt sind. Aus ihrem Versuch, ein Buch über das Leben der Frauen zu schreiben, entsteht eine Freundschaft und die junge Frau begreift, dass auch ihre Familie und Freunde sich der Unterdrückung schuldig gemacht haben. The Help ist kein kuschliger Film, aber er spendet Hoffnung und zeigt ähnlich wie Pride, dass wenige einen Unterschied für viele machen können.

Selma
Das Biopic über Martin Luther King beleuchtet die Geschehnisse um den gewaltlosen March durch Selma der Bürgerrechtsbewegung. Inspirierend.

The Butler
Wenn ich hier schon so viel von Bürgerrechten rede, darf der Film nicht in der Liste fehlen. Zwar handelt es sich hier um ein recht kitschiges Biopic über einen ehemaligen Butler aus dem weißen Haus, der sich aus der Hölle einer Baumwollplantage hochgearbeitet hat, aber Kitsch ist ja nicht immer schlecht. Man kann nicht viel über den Film sagen, ohne zu viel vorzugreifen, aber auch hier geht es um Veränderungen und Fortschritt und den Preis, den man dafür zahlen muss. Es ist trotz vieler trauriger Passagen ein Film, der auf einer hoffnungsvollen Note endet.

The imitation game
Der zweite Weltkrieg hätte wohl ganz anders ausgehen können, hätte es Alan Turing und sein Team nicht gegeben. Das außergewöhnliche Biopic erzählt nicht nur Alan Turings traurige Geschichte (und legt dort den Finger in die Wunde – wie konnte man dieses Genie nur so schlecht behandeln) sondern erinnert auch daran, dass Menschen unerwartet zu Helden werden können, auch, wenn sie sonst zu den ausgestoßenen zählen. Der Film ist weniger hoffnungsvoll als die anderes, schüttelt aber – zumindest bei mir – das Gerechtigkeitsbewusstsein wieder wach.

Die Frau in Gold
Die Enteignung vieler Juden im Holocaust ohne Wiedergutmachung nach dem Krieg ist ein nahezu totgeschwiegenes Kapitel der Geschichte. Noch heute haben tausende jüdische Familien ihr rechtmäßiges Eigentum nicht zurückerhalten, das stattdessen ohne ihre Zustimmung in Museen ausgestellt wird, als gehöre es dem Staat. Die Frau in Gold erzählt die Geschichte eines solchen Unrechtes und des Versuchs, wenigstens ein bisschen Gerechtigkeit herzustellen. Großes Kino, vor allem dank einer großartigen Helen Mirren. Wer sagt, ein einzelner könnte nicht gegen einen Staat ankommen? Der Film nach realen Geschehnissen beweist: Es ist möglich!

The danish girl
Das Leben zweier mutiger, außergewöhnlicher Frauen wird in diesem Film mit herausragender Sensibilität beleuchtet. Man kann nicht anders, als zu bewundern, wie sie einander gegen alle Widrigkeiten unterstützen und ihr Schicksal in die Hand nehmen. Traurig, aber wunderschön.

Forrest Gump
Ja, der Film ist kitschig und unrealistisch, aber auch nach dem gefühlt 300. Mal vermag diese Geschichte über den Underdog, der sein Glück findet, noch zu berühren.

Die Herzogin
Sich als Frau gegen einen Mann durchzusetzen ist für viele auch heute leider noch ein unmögliches Unterfangen. Im 18. Jahrhundert aber konnte selbst eine Herzogin sich eines grausamen Gattens kaum erwehren. Umso außergewöhnlicher ist dieser Film, der die Geschichte von Georgina, der Duchess of Devonshire erzählt, die sich nach zahlreichen Demütigungen ihrem furchtbaren Mann entgegenstellt und für ihre Rechte Kopf und Kragen riskiert. Düsterer Film über eine große Frau mit Kampfgeist.

As good as it gets
Die Geschichte über den unfreundlichen Zwangsneurotiker Melvin, der für niemanden auf der Welt Zuneigung empfindet und sich dann durch Liebe und Freundschaft doch endlich der Welt öffnet, erinnert mich immer daran, dass Menschen sich ändern können. Kitschig, aber schön. Und vor allen Dingen großartig besetzt!

Die Harry Potter Filme
Freundschaft, Dumbledores Army,Weibliche Figuren mit Hirn, Liebe besiegt Hass. Do I have to say more?

Silver Linings
Dieser Film über zwei Außenseiter, die einander zurück ins Leben helfen, gibt einem das Gefühl, dass jeder von uns eine Chance hat, sein Leben zu verbessern. Unrealistisch, ja, aber ein ungewöhnlich vielschichtiges Feelgood-Movie.

Marvel-Superheldenfilme
Gut gewinnt gegen böse, es wird viel gelacht und die Besetzung ist illuster. Das hier ist zwar Realitätsflucht par excellence, aber manchmal kann es helfen, sich kurz in Schwarz/Weiß-Logik fallen zu lassen.

 

Ich könnte jetzt noch ewig so weiter machen, aber für heute belasse ich es dabei.
Wenn euch einer der Filme anspricht wünsche ich euch viel Spaß beim gucken und bin gespannt, ob sie euch vielleicht auch ein bisschen dabei helfen, das Licht am Ende des Tunnels zu sehen.
Welche Filme helfen euch, durch Zeiten wie diese zu kommen? Habt ihr bestimmte Feelgood-Movies?

Adventskalender of shit – Des Grauens Teil 3 // FROHE WEIHNACHTEN

Asche auf mein Haupt. Ich weiß, ich wollte jeden Adventssonntag einen Teil dieser Horrorvision posten, aber ich war krank und hab’s dann leider einfach nicht früher geschafft. Als kleines Weihnachtsgeschenk – denn Lachen verbrennt bestimmt viele Kalorien vom Weihnachtsessen wieder – kommt hier aber noch ein vorerst letzter Teil voller Schwachsinn und Plotholes. Habt viel Spaß beim Lesen 😉

Es schien eine Ewigkeit vergangen zu sein seitdem sie in das Sturmtief hineingeflogen waren, doch es waren gerade einmal 25 Minuten.
Und in diesen 25 Minuten hatten wir mindestens drölf menschliche Dramen, drei Verletzte, einen Schulhofflirt und eine heroische Rettungsaktion. Hier bekommt man noch was für sein Geld!
Und sie kamen kaum voran, da sie nicht mit, sondern gegen den Wind anflogen.
Und dann zog auch noch ein gewaltiger Sharknado auf.
Das Unwetter ließ nicht ein bisschen nach und George war ziemlich erschöpft. Er konnte die Maschine nicht mehr lange gerade halten und merkte dass seine Schulter ihm ganz schön zusetzte. Deshalb fasste er einen Entschluss, er machte das nicht gerne doch es ging nicht anders.
Er beschloss, sich zur Ruhe zu setzen und nur noch Sprüchekalender zu schreiben. Es war seine Bestimmung. Ende. (Leider nicht)
„Alan“ sagte er daher. „Alan, du musst übernehmen, ich brauche eine Pause, ich kann das Flugzeug nicht mehr gerade halten.“
George findet Alans Namen so geil, er MUSS ihn immer 2 mal sagen.
„Aber George…“ sagte Alan besorgt. „Es ist meine Schulter, keine Sorge wenn was schief läuft helfe ich dir! Ich übernehm´ solange das Radar!“ presste er zwischen seinen zusammengebissenen Zähnen hervor. Alan sah George an und wusste dass er Recht hatte, George ging es wirklich nicht besonders, es war  besser wenn George mal Pause machte. „In Ordnung“ sagte er daher und blitzschnell tauschten sie die Plätze.

George fühlte sich gleich viel besser als er das Höhenruder nicht mehr fest umklammert halten musste und trotzdem wusste er dass er sich auch jetzt keinesfalls entspannen konnte. Seine Augen huschten über die Kontrollanzeigen und das Radar. Jetzt war ER der Copilot.
Hammerharte action. CAPSLOCK!

 

Alan schaffte es tatsächlich, dieses mal die Maschine gerade zu halten und alles schien bestens, sie würden dieses Unwetter wohl ohne größere Schäden überwinden können.
Ein slow-clap für Mr. Miller bitte, meine Damen & Herren, ein slow-clap bitte!

Mittlerweile hatte George das Ende des Unwetters auf dem Radarschirm erkennen können. „Noch etwa 50 km Luftlinie, dann haben wir es geschafft!“ Stöhnte er.
Logik befand sich in meinem Gehirn damals noch hinter der Kiste mit den Werbejingles unter dem Wissen über das Flechten von ScoobyDoo-Bändern. Es war eine sehr verstaubte, sehr leere Kiste.

 

Inzwischen bei den Stewardessen (und nicht zu vergessen dem Steward).
Wir wollen hier ja niemanden diskriminieren.

Tom hatte seinen (gesunden) Arm schützend um Kathy gelegt, die inzwischen wieder bei Bewusstsein war. Sie war vor etwa 5  Minuten aufgewacht und musste sich erst einmal übergeben.

Sehr wahrscheinlich hatte sie eine Gehirnerschütterung.
Captain Obvious, übernehmen Sie!

Als sie aufwachte wusste sie erst nicht wo sie überhaupt war. „Was…wo bin ich?“ flüsterte sie daher, nachdem sie erwacht war.
In der Flugzeugversion von GZSZ. Nur schlimmer.
Die Stewardessen und Tom seufzten beruhigt auf. „Du bist im Flugzeug, du warst auf der Toilette und kamst nicht heraus. Erinnerst du dich?“ sagte Tom ruhig.

„Ja, ja ich, ich erinnere mich! Danach weiß ich nichts mehr! Wie bin ich da heraus gekommen?“ fragte Kathy ein wenig verwirrt.
Sie sprechen alle so äußerst natürlich. Total aus dem Leben gegriffen.

„George hat dich da herausgeholt. Er hat die Tür aufgebrochen und dich rausgetragen! Wir dachten schon du wärst … tot! Dann hat George dich in die stabile gebracht und dich verarztet! Er hat dich gerettet!“ erklärte Veronica.
Dass George noch nicht bei den Avenger ist, ist auch alles. Wo er doch so mutig und ausgesprochen kompetent ist.

„George!“ hauchte Kathy. „Ja, George! Er hatte wirklich Angst um dich! Er hat sogar ge…!“ sagte Veronica ehrfürchtig. Doch Tom viel ihr ins Wort, er glaubte nicht das Mc.Juices wollte das Veronica  weiter erzählte das er geheult hatte und hatte recht damit.
Flugzeug-Bro-Code, Kapitel 16: Wenn ein Held beim Retten einer Chica heult, hat sein Steward-Bro darüber das Maul zu halten. Weil.
„Er hat dich jedenfalls da raus geholt!“ sagte Tom hektisch. „Er hat was?!“ Wandte Kathy sich neugierig an Veronica. Veronica die den Wink verstanden hatte antwortete: „Er hat sich an der Schulter verletzt!“ DAS hätte sie besser nicht gesagt. „Oh Gott!“ stieß Kathy aus. „Wie geht es ihm? Ist es schlimm? Wo ist er?“ fragte sie besorgt.

Overly-attached-nicht-mal-girlfriend Kathy is on fire!

„Es… es geht ihm ganz gut! Es ist nur eine Wunde, er kann weiterfliegen!“ sagte Veronica beruhigend. Sie verschwieg Kathy lieber das George sich vermutlich einen Metallsplitter eingefangen hatte, auch George selbst hatte sie nichts davon gesagt, das hätte nur unnötig Panik verbreitet, hier im Flugzeug konnte man daran eh nichts ändern.
Klingt in etwa so dramatisch, wie wenn ein Kind sich auf dem Spielplatz einen Holzsplitter an der Schaukel eingefangen hat.

„Jedenfalls soll ich auf dich aufpassen!“ sagte Tom. Plötzlich veränderte sich Kathys Miene, sie begann zu weinen. „Oh Tom! Ich hatte eine solche Angst als ich da eingeschlossen war! Ich dachte ich komme da nie mehr raus!“ schluchzte sie. Tom legte einen Arm um sie und versuchte sie zu beruhigen. „Ruhig Kathy! Alles wird gut!“ flüsterte er ihr ins Ohr.
Dann verwandelte Tom sich in ein Einhorn und trug Kathy zum Candy Mountain.

 

Tom war 30 Jahre Alt und seit 4 Jahren als Steward tätig. Er war groß und schlank, hatte wunderschöne grün – blaue Augen und kurze mit Gel in Form gebrachte schwarze Haare. Er war unglaublich mutig und clever. Außerdem hatte er einen sehr trockenen Humor. Er war ein richtiger englischer Gentleman.
Wenn ihr mich sucht, ich verstecke mich kurz vor Scham da hinten in der Ecke hinter dem Bücherregal und haue ein bisschen den Kopf dagegen.

 

Kathy lehnte sich an Toms (unverletzte) Schulter und schluchzte leise vor sich hin. Tom strich ihr über die Haare und schaute ihr in die Augen. Kathy erwiderte seinen sanften Blick.

WHOOOOOOOOOOOOOOOOM
GERÄUSCHE NUR IN CAPSLOCK!

Es gab einen lauten Knall.

„Was war das?“ brüllte Kathy durch den Lärm hindurch.

 

„Was war das?“ fragten sich auch Alan und George.
Vielleicht euer implodierendes Resthirn.

George schaute auf die Anzeigen und bemerkte wie sie immer mehr an Höhe verloren, seine Augen huschten über die unzähligen Kontrolllämpchen und plötzlich stockte er. Er wurde kreidebleich.
Oopsie.

„Was ist?“ fragte Alan.

„Das war das zweite Triebwerk!“ brachte George hervor.

Im ganzen Flugzeug herrschte Stille. Die beiden Piloten waren vollkommen benommen, alles war ruhig, nur das letzte Triebwerk und die Motoren waren zu hören.

George fasste sich wieder. „Wir verlieren an Höhe!“ brüllte er durch den immer lauter werdenden Motorenlärm.

„Scheiße! Wir werden abstürzen! Scheiße!“ brüllte Alan verzweifelt.

„Nein!“ schrie George. „Das darf nicht sein! Wir … wir müssen notlanden!“ schrie er.

Das Flugzeug ließ sich nicht mehr gerade halten, das letzte Triebwerk konnte dem Sturm alleine nicht mehr trotzen.

„Und wo und wie sollen wir das machen?“ fragte Alan verzweifelt.

George starrte auf das Radar. Er konnte nicht glauben was er sah. „Da kommt was direkt auf uns zu!“ schrie er panisch. „Du musst ausweichen!“ herrschte er Alan an.

Sie verloren noch immer an Höhe.

Alan versuchte ihren Kurs zu verändern doch er schaffte es nicht, das Flugzeug geriet außer Kontrolle. George schnappte sich das Funkgerät. „Mayday!“ brüllte er. „Mayday!“

Alan und George sahen sich an. „Ich will nicht sterben!“ brüllte Alan. „Ich auch nicht!“ schrie George verzweifelt.
Gegen die beiden war Kate Winslet in Titanic ja geradezu tiefenentspannt.

 

Die Passagiere brüllten wie am Spieß. Einige Sauerstoffmasken vielen von der Decke, da die Technik des Flugzeugs völlig verrückt spielte.

Trotzdem nahmen alle geistesgegenwärtig die Sicherheit – Sitzposition ein.

 

Kathy klammerte sich panisch an Tom. Veronica kreischte. Alle Stewardessen brachen in Panik aus.

Nur Tom behielt einen Kühlen Kopf, schaffte Kathy und sich irgendwie auf einen Sitz, schnallte sie beide an und brachte alle dazu ebenfalls in die Sicherheit – Sitzposition zu gehen.
Vielleicht ist auch Tom Ken und nicht Alan.

 

Das einzig gute daran dass die Maschine immer weiter absackte, war, das sie nun nicht mehr mit dem entgegenkommenden Flugzeug zusammenstoßen konnte. In diesem befanden sich ebenfalls 2 etwas fassungslose Piloten die beide sehr erschraken als sie sahen dass die Maschine vor ihnen abzustürzen drohte.
Weil alle Flugzeuge immer auf der selben Höhe aneinander vorbei cruisen im Jahr 20dingens.
So tat der Pilot das einzig richtige, er schnappte sich das Funkgerät: „Tower, hier Flug 828 Bern – London, befinden uns noch immer in Sturmtief Mary!“ (Das Grauen hatte also einen Namen: Mary)
AHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA
„Die uns entgegenkommende Maschine, Flugnummer unbekannt, droht abzustürzen, wiederhole, sie droht abzustürzen, befinden uns 20 grad nördlich der Alpen. Bitten um Rückmeldung. Over.“

Die Rückmeldung folgte sofort. „Hier Tower für Flug 828, werden umgehend Rettungsmannschaften aussenden! Over.

 

George und Alan hatte die Angst förmlich gelähmt. Ja, sie hatten Angst gehabt, aber DAS überstieg ihre Vorstellungskraft.
Vermutlich übersteigt selbst ein schlechter Tatort deren Vorstellungskraft.

Der erste der wieder zu sich kam war George. „Einen klaren Kopf bewahren! Ruhig! Denken, denken!“ dachte er.
Dabei stieß er sich wie Winnie Pooh mit seiner gelben Tatze gegen den Kopf.

„Alan!“ rief er wieder etwas gefasster. Doch der reagierte nicht. George gab Alan kurz entschlossen einfach eine Ohrfeige.
Das wollten wir alle schon lange machen, oder?

„Au!“ rief der und kam wieder etwas zu sich.

„Was willst du? Lass mich in ruhe sterben!“ brüllte er wütend.
Seems legit.

„Halt die Klappe und hör zu!“ rief George. Er wusste, dass er Alan nur so etwas von seiner Verzweiflung ablenken konnte.

Die Maschine sauste weiter auf den Boden zu.

Alan blickte George mit einer Mischung von Neugierde, Wut, Panik und Verzweiflung an. George würde diesen Blick nie vergessen.
And the shiiiiip keeps on sailing.

„Pass auf“ brüllte er über den Lärm hinweg, „Wir müssen in den hinteren Teil des Flugzeugs! Wir kippen immer weiter nach vorne und werden vermutlich mit der Spitze auf dem Boden aufkommen! Hier können wir nichts ausrichten! Wir müssen zu den Anderen, und dann immer zusammen bleiben! Nur so haben wir eine Chance! Schnapp dir deine Jacke und den Taschenkompass und renn so schnell du kannst!“

Ok, ganz ehrlich? Mehr als „HÄ?!?“ fällt selbst mir jetzt nicht dazu ein.

Alan starrte George verständnislos an.

„Verstanden?!?“ brüllte George. „Ja!“ antwortete Alan knapp.

„Gut, also auf drei!“ rief George wieder. „Eins…zwei…DREI!“

Alan schnappte sich den Kompass und seine Jacke und beide Piloten rannten los.
Einfach weil.

Doch die beiden kamen kaum voran. Sie hangelten schließlich an den an der Decke angebrachten Haken entlang, was sich auch äußerst schwierig gestaltete, da diese Haken eigentlich nicht dazu gedacht waren, zwei erwachsene Männer auszuhalten.
Ich wäre ja schon froh, wenn man mal erführe, WOZU ZUM FICK diese Haken denn eigentlich gedacht sein sollen. Als Gardinenaufhängung? Für Weihnachtsdeko? Für Indiana-Jones-Momente? Oder etwa als convenient plot device?

Vor allem für den vollkommen erschöpften George war es schwierig sich an den wackelnden Haken festzuhalten.

Die beiden wurden gegen die Wände gepeitscht und kamen kaum voran.

„Aaaaaaaaaaah!“ drang es plötzlich an Alans Ohr. Er drehte sich erschrocken um und sah … George, der sich krümmend auf dem Boden lag. Er war mit der verletzten Schulter so heftig gegen die Wand geschlagen, das er sich nicht mehr halten konnte. „George!“ brüllte Alan besorgt. Er ließ sich vom Haken fallen und rannte zu George.
George ist also nicht nur kein Avenger, sondern auch für Jump’n’Run action nicht zu haben.

Verzweifelt versuchte er George aufzuhelfen. „Lass mich!“ brüllte George unter Schmerzen. „Renn! Du kannst es noch schaffen, du musst mich zurücklassen!“ Alan rührte sich nicht. „Na los!“ brüllte George. Das Flugzeug neigte sich weiter nach vorne, wenn sie sich nicht beeilten hatten sie bald keine Chance mehr in den hinteren Teil zu gelangen. „Nein!“ Schrie Alan. „Wir sind hier nicht in einem schlechten Film!“
Ne, is zum Glück nur ein schlechter Roman.
sagte er und schaute George besorgt an. „HILFE!“ brüllte er. „HILFE VERDAMMT NOCH MAL!“
Warum sagt eigentlich nie jemand „ok, bis dann“, wenn jemand zurückgelassen werden möchte?

 

„Was war das?“ fragte Tom der Alans Schreie gehört hatte. „Veronica!“ sagte er dann, „Veronica, komm mit, ich glaube unsere Piloten brauchen Hilfe. Beatrice, passen sie auf Kathy auf!“ sagte er geistesgegenwärtig und erhob sich.

Veronica verstand sofort und beide stürmten los.
Die „Namen immer 2 mal sagen“ Zwangsneurose scheint schwer ansteckend zu sein und zieht ihre Kreise.

 

Inzwischen verlor Alan langsam die Hoffnung. „Es ist aus!“ dachte er, aber er würde George, seinen besten Freund, nicht zurück lassen. Wenn es sein musste würde er eben mit ihm in diesem verdammten Flugzeug sterben. Aber er würde ihn nicht im Stich lassen.
Pathoslevel over 9.000.

Doch plötzlich standen Tom und Veronica schwer atmend vor ihm. Sie hatten es geschafft sich zu den beiden Piloten durchzuschlagen.

Ein kurzes hoffnungsvolles Lächeln huschte über Alans Gesicht.

Tom war zwar wegen seiner Schulter stark angeschlagen, aber er riss sich zusammen. Zusammen schafften sie es den vor schmerzen schreienden George hoch zu hieven und zu den anderen zu gelangen.

Erschöpft setzten sie George neben Kathy, Tom setzte sich dazu und schnallte sie alle wieder fest. Alan und Veronica fanden ebenfalls Platz.

Kathy drehte sich um und sah den sich vor Schmerzen windenden George. „George!“ rief sie geschockt von diesem Anblick.
Einfach nur WTF?!?

Dann gab es einen Lauten Knall. Alle wurden nach vorne gewirbelt und nur knapp vom Gurt abgefangen.

Das Flugzeug war abgestürzt.
Say what?

 

  1. Oktober 23:45 Uhr London Heathrow Tower/Zentrale

Alle Angestellten die verfügbar waren, saßen nun vor den Computern  und versuchten fieberhaft die Maschine mit der Flugnummer 917 zu orten, niemand wollte so recht glauben dass sie abgestürzt sein sollte.

Stevan Collins hielt einen Becher unberührten kalten Kaffee in der Hand. Er stand hinter Andy Mountain, der das Radar krampfhaft nach der Maschine absuchte.

15 Minuten vergingen.

Es war Mitternacht.

„Nichts!“ sagte Mountain schließlich. „Sie sind wirklich abgestürzt!“
Nä? Echt jetzt?

Collins entglitt sein Kaffeebecher. Mit einem lauten Scheppern fiel er zu Boden. Niemand beachtete die große Kaffeepfütze am Boden.
Stilistisch bester Satz im ganzen Machwerk. Traurig.

Fassungslos starrte Collins Mountain an. „Das“ begann er „kann nicht sein! George Mc.Juices und Alan Miller sind verdammt noch mal die besten Piloten die ich je gesehen habe! Sie können nicht abgestürzt sein!“
ROFLCOPTER INCOMING

„Es ist wahr Sir!“ sagte Mountain bedrückt und schob seine Brille zurecht.

„Scheiße!“ murmelte Collins. „Was nun?“ fragte er Mountain.

„Nun“ begann Mountain „Müssen wir einen Suchtrupp zum finden des Wracks aussenden.“

„Aber sie können doch überlebt haben! Oder?“ fragte Collins unsicher.

„Nein Sir!“ sagte Mountain und senkte den Kopf.
Na er hat Bock.

„Ich glaube ihnen nicht! Sie werden jetzt das beste Rettungsteam das wir haben losschicken und wir werden nicht eher aufgeben bis wir wissen, dass keine Hoffnung besteht dass auch nur einer von ihnen noch lebt!“ herrschte Collins seinen Mitarbeiter an.
That’s the spirit!

 

Das war’s vorerst. Spoileralert: Es ist natürlich niemand gestorben. Ich war mit 14 komisch, aber nicht morbide.
Ich hoffe ihr hattet ein bisschen Spaß und wünsche euch allen, egal woher und egal an was ihr glaubt wunderschöne Weihnachten, oder, wenn ihr nicht feiert, einfach schöne freie Tage. Allen, die arbeiten müssen, wünsche ich, dass es ruhig und entspannt zugeht und uns allen ein bisschen Frieden an Weihnachten.
Kommt gut durch die Feiertage ❤

Eure Writressbyheart.

Der #SchleRaz Adventskalender of shit – Teil II

Hallo zusammen,

wie versprochen komme ich nach dem zweiten Advent mit einem zweiten Teil des „Adventskalender of shit“ zum schlechtesten Roman aller Zeiten (verfasst von meiner 14-jährigen Version). Was das ist? Hier entlang bitte.

Ich wünsche euch viel Spaß und gute Nerven für den zweiten Teil meines furchtbaren Machwerk epischer Beklopptheit.

 

  1. Oktober 2058 22:50 Uhr London

Anny Farmers saß auf der Gartenbank und schlürfte einen heißen Kräutertee.
Living the dream! Sie schaute in den klaren Herbsthimmel und dachte an ihren George IHREN George. Denn der ist nicht etwa ein eigenständiges Individuum. NEIN! Anny Farmerkartoffel hat ihren Namen unter seinen Fuß geschrieben. Auf ewig. der jetzt dort oben mit seinem Flugzeug Plottwist: George gehört der ganze Bums, oder wie? unterwegs war. Sie liebte ihn sehr und war im 6. Monat schwanger von ihm *läutet die Klischeeglocke*. Sie hatte lange blonde Haare und funkelnde, tiefblaue Augen Sie ist Barbie. Pregnant Barbie, war 37; 5 Jahre älter als ihr George Ist das jetzt schon ToyBoy?

Anny verspürte Dat wording though eine leichte Briese Eine Briese muss wie eine Brise sein, nur britischer. Oder so. (das war alles, was in London von diesem Sturm zu spüren war) , lugte warum nicht gleich „lünkerte“ noch einmal in den Nachthimmel, lächelte milde, stand auf, nahm ihren Tee und verschwand ins Haus. Spannend. Echt. Ich kau gleich Fingernägel, weil Anny so scheiß interessante Sachen macht, die auch gar nicht nach besessener Overly attached Omi klingen.

 

Zurück bei den Piloten, selbe Zeit.
Geht einfach weg.

George fand die ganze Situation mittlerweile äußerst Besorgnis erregend.
Er war so besorgt, das Wort besorgniserregend zersplitterte in seinem klopfenden Herzen in zwei verzweifelte einsame Teile.

Mit einem Triebwerk weniger wurde es noch schwieriger dem Sturm zu trotzen.
Ich bin nicht captain obvious, ich bin commander obvious.
Aber sie mussten es versuchen, was blieb ihnen auch anderes übrig? Weiß nicht…In der Pilotenausbildung besser aufpassen wäre vielleicht ne Maßnahme gewesen, oder? Es war viel zu spät um den Kurs zu ändern und auch eine Notlandung war längst nicht mehr möglich. Einfach WEIL.

Also hieß es: Ruhe bewahren. Hat ja bei den beiden bisher auch so gut geklappt. 

Doch das war auch für einen erfahrenen Piloten wie George eine wahre Herausforderung. Er wirkt auch insgesamt sehr erfahren und abgeklärt. Quasi wie der Gandhi der Lüfte. Für Alan allerdings war es der blanke Horror, er war erst seit 5 Jahren Pilot und noch nicht so abgebrüht wie George. Nennen wir das Kind beim Namen: Für Alan wurde der Begriff mimimi erfunden. Er rechnete fest damit das jeder Augenschlag sein letzter sein könnte Auch das Wort „melodramatisch“ wäre ohne diesen Mann nur halb so bedeutungsvoll und diese Vorstellung machte ihn bald wahnsinnig DRAAAMAAAQUUUEEEEEN, doch er blieb äußerlich vollkommen ruhig und konzentrierte sich auf die Instrumente. Er macht also seinen Job. Endlich. Tolltoll. Trotzdem sah George, der ihn verdammt gut kannte, ihm seine Panik an. „Alan“ begann er „Alan, Ja, sag seinen Namen gleich zweimal. Das klingt doppelt bescheuert ich weiß das Da ist ja wieder mein geliebter das/s-Fehler du Angst hast und ich habe auch Angst, aber wir werden das hinbekommen, da bin ich mir sicher!“ Ich ja eher nicht so sagte er ruhig. „Schließlich sind wir zwei verdammt gute Piloten“ lachte er. AHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA

„Danke George! Ich weiß das zu schätzen. Zieh ein bisschen nach oben bitte, ich will sehen ob ich dort mehr auf dem Radar erkennen kann.“ antwortete Alan und rang sich ein Lächeln ab.

Achso, na dann.

„Klar Kumpel!“ antwortete George und zog die Maschine ein kleines Stück nach oben.
I still ship it.

Doch auch dort hatte Alan nicht mehr Erfolg. Hier oben tobte der Sturm noch heftiger und so musste George bald wieder weiter nach unten ziehen.

Das Flugzeug schaukelte mittlerweile immer stärker und wurde langsam zum Spielzeug des Sturmes.
*schlägt ihren Kopf weinend gegen die Wand*

 

Im Passagierraum kam allmählich Panik auf. Die Forscher sahen ängstlich aus den Fenstern und sahen die riesige Graue Wolkenfront und die zuckenden Blitze. Niemand traute sich zu sprechen. Allesamt hatten sie sich wie verlangt angeschnallt und niemand hatte sich auch nur eine Sekunde ablenken lassen, als die Stewardessen noch einmal die Sicherheitsmaßnahmen erläutert hatten.
Ich bin überrascht, dass noch niemand versucht hat, das Cockpit aufzubrechen und „Ich flieg den Bums jetzt, ihr Luschen!“ zu brüllen.

 

Thema Stewardessen.
Och ne.

Noch immer war Kathy auf dem Klo eingeschlossen und machte keine Anstalten wieder herauszukommen.
Sie hätte einfach nicht so viel von dem Chilli Con Carne essen sollen, dass seit einer Woche in ihrem Kühlschrank gestanden hatte.

Die Stewardessen sollten eigentlich längst angeschnallt auf ihren Sitzen sein, doch sie versuchten angestrengt Kathy aus der Toilette zu lotsen. Doch Kathy gab nicht nach. Erst als eine ihrer Kolleginnen bluffte und behauptete man brauche sie dringend um einem kranken Passagier zu helfen (alle Passagiere waren bei voller Gesundheit), gab Kathy nach und wollte die Tür öffnen.
Kathy ist nicht nur hohl, sondern auch pflichtbewusst. Eine Mary Sue im schlimmsten Sinne. Nur ohne Talente.

Wild wurde sie von der wackelnden Maschine in der Kabine hin und her geschleudert. Sie versuchte verzweifelt die Türe zu erreichen doch sie schaffte es nicht.
Offenbar sind Flugzeugtoiletten im Jahr 20irgendwas sehr viel größer als heute. Klingt ja fast, als könnte man in dem Wellnesstempel wohnen, wenn da genug Platz drin ist, um herumgeschleudert zu werden.
Ihre Knie waren längst aufgeschürft und auch ihre Handgelenke waren Arg ramponiert. Es war ihr zuvor egal gewesen was mit ihr passierte, doch jetzt wo man sie brauchte störte es sie ungemein. Ja, ich schäme mich immer noch für das vermittelte Frauenbild. Immer wenn sie kurz davor war die Tür zu erreichen, wurde sie gegen die Wand geschleudert. Auch die Lampe über ihrem Kopf schwankte bedrohlich. Es war nur eine Frage der Zeit bis sie sich den Kopf stoßen oder ernsthaft verletzen konnte.
Futurstisch-Defektes Flugzeug mit Baumeldeckenlampen im Artdeco-Stil ist kacke.

Die übrigen Stewardessen versuchten nun fieberhaft die Türe aufzubrechen, doch sie schafften es nicht. Unter ihnen befand sich auch ein Steward, doch der war auch keine große Hilfe, nachdem er stürzte und sich an der Schulter verletzte.  Auch mit vereinten Kräften schafften sie es nicht die Türe zu öffnen.
WAS KÖNNEN DIE EIGENTLICH?!?
Kathy hatte inzwischen aufgegeben und brüllte wie am Spieß um Hilfe, nachdem ihre Hand so heftig gegen die Wände schlug das sie diese nicht mehr bewegen konnte.
Bitch, please.

 

George und Alan bekamen davon nichts mit, sie waren so konzentriert auf den Flug dass sie es nicht gemerkt hätten, wäre eine Bombe neben ihnen eingeschlagen. Ich weiß nicht, irgendwie glaube ich eher, dass diese Theorie doch eventuell Lücken aufweist.
Plötzlich schlug eine Bombe ein – eine Bombe in Form einer hysterischen Frauenstimme. Quasi ein akkustisches Armageddon. „Kapitän“ brüllte plötzlich jemand vom Eingang her. George schnellte herum drehte aber sofort wieder um – der Flug war jetzt wichtig –  „Was“ fragte er barsch.

„Es geht um…Kathy.“ lautete die zögerliche Antwort. „Ja und? Was ist nun?“ versetzte George.
Auf solche Dialogführungen kommt man, wenn man unter dem Einfluss von ZDF-Vorabendserien wie ‚Forsthaus Falkenau‘ und ‚Hallo Robbie‘ aufwächst, verehrtes Publikum.
„Sie, sie hat sich im Klo eingeschlossen, wir hatten es geschafft sie daraus zulocken, aber sie kriegt die Tür nicht auf, wir haben versucht die Tür aufzubrechen, aber…..“

begann die junge Stewardess. „Aber was?“ fragte George nun mit leicht angespannter Stimme.  „Aber wir schaffen es nicht! Tom“ (das war der Steward) „ist verletzt und kann nicht helfen. Wir…sie hat geschrieen und auf einmal hörte es auf…wir…wir glauben sie ist …bewusstlos.“ endete die Stewardess mit zittriger Stimme.
Was ist das für 1 Drama?

Es war als hätte jemand Georges Kehle umfasst. Alan blickte ihn an, er sah seinen Chef und Kumpel an und sah wie George panisch wurde.
Ick würde mal sagen, er findet die Alte doch nicht soooo kacke.  

„Übernimm!“ sagte George wie in Trance zu ihm. Und er stürmte los. „Scheiße“ dachte er „Scheiße“. Wankend schlug er sich bis zu Toilette durch. „Weg!“ herrschte er die Stewardessen an, welche sofort zur Seite sprangen. Er stürmte auf die Türe zu und schaffte es, sie aufzubrechen.
Er ist der Hulk. Nur weniger grün. Und weniger beeindruckend. Und dümmer. Und ohne Avengers (Alan könnte nicht mal nach Bissen von radioaktiven Spinnen eine bessere Superkraft entwickeln als dümmlich zu grinsen)
Er sah Kathy reglos in einer Ecke liegend und es trieb ihm die Tränen in die Augen, sie war doch nicht etwa…tot?
Unter direkt sterben läuft im Kopfkino des McJuices Dramaverse halt nix.
schnell versuchte er diesen Gedanken aus seinem Kopf zu verbannen und stürzte auf Kathy zu. Er hob sie Hoch und trug sie nach draußen.
Er hätte sie noch auf sein stolzes Ross gesetzt und ins Schloss zurückgebracht, aber der Gaul war gerade in der Werkstatt zum nachlakieren.
Als er heraus wollte schrammte er sich den Arm an einem losen Türgelenk auf, doch das merkte er vor lauter Sorge um Kathy nicht.

Wir werden noch lernen, dass lose Türgelenke die gefährlichsten, tödlichsten und überhaupt schlimmsten Arschlöcher von allen sind.

Schnell trug George Kathy rüber zu Tom, dem verletzten Steward (mittlerweile verbunden) der noch auf dem Boden saß, herüber und legte Kathy behutsam auf den Boden. Tom sah seinem Kapitän in die glasigen Augen und fühlte wie besorgt dieser war.
Wie sie alle so instant-soulmate-connected sind. Gleich fassen sie sich noch an den Händen und tanzen für den Weltfrieden einen veganen Regentanz.

George beugte sich über Kathy und legte sein Ohr an ihre Brust…
Wenn das Alan oder Anny wüssten…

„Sie lebt“ brüllte er freudig mit tränenerstickter Stimme. Eine Träne der Erleichterung lief seine Wangen herunter.

Kotztüten finden sie in der Vordersitztasche, geneigte Leser.

Sanft tätschelte er ihre blassen sonst so rosigen Wangen. „Kathy“ flüsterte er. „Kathy!“ sie regte sich, blieb aber bewusstlos. Schnell brachte er sie in die stabile Seitenlage und bat um Verbandszeug um sie zu verarzten. Er war sehr vorsichtig und versuchte sich dennoch zu beeilen, die Maschine wackelte nämlich ordentlich, George wollte Alan nicht zu lange allein Fliegen lassen.
Den Trottel würd‘ ich nichtmal alleine seine Socken waschen lassen.

Nachdem er fertig war, wies er die Stewardessen an: „Schaffen sie Kathy bitte auf einen Sitz und schnallen sie sich alle an…ach und passen sie auf das Kathys Kopf überstreckt bleibt!“ dann beugte er sich zu Tom herunter. „Passen sie auf sie auf bitte“ flüsterte er. Und noch immer glitzerten Tränen in seinen Augen.
Entschuldigt mich. *setzt sich mit der Kotztüte in ein romantisches Eckchen*

Dann rannte er durch das schrecklich wankende Flugzeug ins Cockpit zurück.

Inzwischen hatte Alan, der ja nun allein das Flugzeug steuern musste, die Maschine langsam nicht mehr unter Kontrolle. Es geriet in eine gefährliche Steillage und Alan versuchte Krampfhaft es wieder grade zu kriegen.
Alan hat bestimmt andere Talente. Popelkugeln rollen oder so.

Die Stewardessen hatten es geschafft sich endlich auf ihre Plätze zu begeben und die beiden verletzten irgendwie zwischen 2 Sitzen festzugurten. Was auch wirklich Glück war, denn bei dieser Steillage wären sie nur so durch das Flugzeug gepurzelt.
Oh so convinient.

George hingegen kam auf dem Weg zum Cockpit nur schwerlich voran. Er wurde in dem engen Gang dorthin ständig gegen die Wände geschlagen. Seine mittlerweile stark blutende Wunde riss noch mehr auf, doch George bekam vor lauter Hektik nichts davon mit. „Was zum Teufel macht Alan da?“ dachte er. Er konnte sich zum Glück an einem Haken an der Decke festhalten als das Flugzeug völlig schräg lag.
Wir alle kennen das – wenn man so blutend durchs Flugzeug wankt gibt es nichts besseres als die weltbekannten Deckenhaken, um den Tag zu retten.
Aus dem Passagierraum drang ängstliches Geschrei.
Lasst alle Hoffnung fahren und zu den Fallschirmen! Dramaqueens zuerst!

Endlich hatte George es geschafft sich zur Türe des Cockpits zu Hangeln.
Tarzan – Plane Edition
Er stürmte zurück an seinen Platz und brüllte: „Alan! Was zur Hölle machst du da? Ich übernehme wieder! Geh zurück an deinen Platz!“ Ohne ein Wort zu verlieren tat Alan wie ihm geheißen.
Dann leckte er sich seine Welpentatzen und versuchte, einen Hundekuchen zu erbetteln.

„Verdammt, wir verlieren an Höhe“ schrie Alan plötzlich als er auf das Höhenmesser schaute.
Und warum? Häh? Weil ich’s kann. Muhahahahaha.

George achtete gar nicht auf ihn, er versuchte fieberhaft die Maschine wieder gerade und vor allem  wieder hoch zu ziehen. Unter mobilisieren all seiner Konzentration schaffte er es schließlich.
*slow clap*
Er wandte sich an den schuldbewussten Alan. „Was war denn los?“ fragte er ihn. „Ich weiß nicht, ich wusste es, ich schaffe das alleine nicht, ich bin ein Scheiß Pilot!“ antwortete dieser bedrückt und senkte den Kopf.
Ich fürchte fast, Selbsterkenntnis wird hier nicht der erste Schritt zur Besserung sein.
„Was redest du den da?“ fragte George „Das stimmt doch überhaupt nicht!“ sagte er erschrocken. „Ach, ja? Und warum konnte ich die Maschine dann nicht gerade halten?“ fragte Alan traurig. „Ganz einfach“ begann George „Du hattest einfach kein Vertrauen in dich! So und jetzt reiß dich endlich mal am Riemen und sag mir ob wir wieder hoch genug sind!“ sagte er barsch.
In seiner Freizeit textet McSäfte Sprüchekalender mit Durchhalteparolen und Selbstliebe-Anleitungen wie ‚Rock‘ den Tag, du geiles Biest!‘

„Äh, ja sind wir! Und äh ´tschuldigung George!“ meinte Alan zerknirscht. „Schon gut!“ brummte George. Jetzt, da die Situation wieder entspannt war fiel Alan wieder ein warum George weg gewesen war. „Was ist mit Kathy?“ fragte er nun besorgt, während er das Radar beobachtete. „Ich hab sie aus der Toilette raus geholt! Sie ist bewusstlos und hat einige Aufschürfungen, aber ansonsten scheint sie in Ordnung. Sobald wir endlich irgendwo landen können, bringen wir sie sofort in ein Krankenhaus, Tom Caroliners müssen wir auch sofort zu einem Arzt schicken, der hat sich vermutlich die Schulter ausgekugelt und sein Knöchel scheint auch verstaucht.“ Sagte George trocken. Alan atmete auf. Er hatte sich ernsthaft sorgen um Kathy gemacht aber nun lebte er wieder auf und war wieder zum Scherzen  aufgelegt.
War kurz eingeschlafen, hab‘ ich was verpasst?

„Gott sei dank“ murmelte er. Stille. Zum ersten Mal seit etwa 10 Minuten sah Alan seinen Piloten wieder an. Er erschrak. „Äh sag mal George“ begann er, „weißt du eigentlich dass du an der rechten Schulter blutest wie ein Schwein?“ fragte er.
Wenn schon bluten, dann direkt eskalativ.

„Wie jetzt?“ sagte George der die Schmerzen in all der Hast gar nicht bemerkt hatte und plötzlich merkte dass seine Schulter vor Schmerzen pochte. Er schaute sie an. „Ach du Schei … benkleister!“ bemerkte er.
Die 14-jährige writressbyheart sagte nicht ‚scheiße‘ (als ob!)

„Soll ich das mal verbinden?“ fragte Alan.

„Hm,  nein, ruf lieber eine der Stewardessen! Ich brauch dich jetzt hier.“ Antwortete George freundlich.
I will go dooooown with that shiiiiiip

„Eiei Chef!“ Witzelte Alan. „Mrs. Cansington, bitte ins Cockpit!” hallte es bald durch das Flugzeug.

„Und du nimmst gleich wieder eine von den hübschen du alter Schlawiner!“ lachte George.
Es ist an der Zeit, dass ich mich auch für das vermittelte Männerbild entschuldige.
Langsam begann Georges Schulter wirklich weh zu tun doch er biss die Zähne zusammen und ließ sich nichts anmerken.
Wie so ein Arbeitnehmer im 21 Jahrhundert

Das Flugzeug schaukelte nach wie vor wie wild, doch mittlerweile hatten sich alle daran gewöhnt.
Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist schööön

Wenige Minuten später stand Veronica Cansington im Rahmen.

Sie war wirklich eine Schönheit: lange Beine, eine fantastische Figur, lange wehende braune Haare und tiefblaue Augen. Sie war eine der nettesten Frauen die George und Alan je getroffen hatten, immer zuvorkommend und vor allem war sie wirklich Hochintelligent.
Vielleicht ist sie auch die ultimative Mary Sue. Fehlt nur noch, dass sie in der Sonne glitzert.
Und ehrlich gesprochen war Alan ganz schön in sie verknallt. Er kannte Veronica noch nicht lange, sie waren noch nicht einmal per Vorname.
Erzähl‘ mir mehr -.-

„Wie kann ich den beiden Piloten behilflich sein?“ flötete Veronica.
Flirten am Abgrund des Todes. Was Mary Sues halt so tun.

„Ähm …“ Alan lief rot an „Also…“ George musste sich zurückhalten nicht zu lachen so ungeschickt wie sich sein Kollege anstellte. „Mr. Mc.Juices ist an der Schulter verletzt, würden sie die Wunde bitte versorgen?“ brachte Alan schließlich hervor.
Und warum liegt hier eigentlich Stroh?

„Natürlich! Ich hole nur eben den Verbandskasten!“ sagte Veronica lächelnd und verließ das Cockpit. Alan seufzte. George lachte in sich hinein.
Er freut sich einfach so, dass Alan nicht in Ohnmacht gefallen ist!
„Mal eben“ den Verbandskasten holen, das klingt einfach, ist es aber in einem wankenden Flugzeug nicht.
Ich hatte einfach so großes Vertrauen in die Intelligenz der imaginären Leser!
Georges Schulter hörte indes einfach nicht mehr auf zu bluten, es wurde höchste Zeit sie zu verbinden. Es vergingen 5 Minuten bis Veronica endlich wieder auftauchte. George hielt sich inzwischen die Schulter, denn seine Schmerzen wurden allmählich stärker.

„Sorry! Es ging nicht schneller, bin unterwegs nämlich hingefallen, ist aber nichts passiert!“ meinte Veronica. Sie ging zu George herüber „Dann lassen sie mal sehen!“ sagte sie und besah sich die Schulter. „Mh!“ machte sie. „Was ist?“ fragte George ohne einmal den Flug außer Acht zu lassen. „Sie müssen ihr Hemd mal kurz ausziehen, sonst kann ich das nicht desinfizieren!“ sagte Veronica. „Na gut“ murrte George verärgert. George zog sein Hemd an der rechten Schulter herunter und Veronica schaute sich die Wunde an. „Ach herrje!“ murmelte sie. „Ganz schön tief!“ Sie desinfizierte die Wunde (wobei George ordentlich fluchte) und verband die Schulter. „So, fertig!“ sagte sie und betrachtete stolz ihr „Kunstwerk“.

„Danke“ sagte George, zog das Hemd mit einer Hand wieder Hoch (Die andere am Höhenruder) und lächelte.

„Kein Problem!“ sagte Veronica und verschwand wieder. „Glückspilz!“ murmelte Alan.
Meine Gehirnzellen, sie sterben. Langsam und qualvoll.

 

 

Na, alle noch am Leben, oder habe ich eure Gehirne zum Schmelzen gebracht? 😀

Der #SchleRaZ Adventskalender of shit

Vor ein paar Jahren habe ich hier mal einen Auszug aus meinem Schund“roman“ veröffentlicht, den ich als gelangweilter 14-jähriger, verpickelter Teenager mit „Take my breath away“ auf den Ohren fabriziert hatte. Zwei meiner liebsten Twittermenschen fanden meine selbstzerfleischenden Kommentare dazu so lustig, dass sie mich baten, den Verriss meiner unfreiwilligen Parodie doch mal fortzusetzen und so entstand zuerst der Hashtag #SchleRaZ (Für „schlechtester Roman aller Zeiten“ in Anlehnung an die #SchleFaZ Sendereihe auf Tele5) und schließlich meine Idee zu Adventskalender of shit. Um euch mit qualitativ minderwertigem Schund zu erfreuen wird es deshalb zu (oder nach) jedem Adventssonntag einen unterirdisch furchtbaren Post mit von mir selbst verfasster Flame-Veriss-OMG-WTF-Kommentierung geben.
Lacht mit mir darüber, wie schlecht ich früher war und heute hoffentlich nicht mehr bin.
Weil wir Hobby-Autoren viel öfter darüber Lachen sollten, womit wir irgendwann einmal in die Welt der Buchstaben gestolpert sind. Gerade im #nanowrimo sind wir oft so sehr bemüht, was gutes zu Papier zu bringen, dass wir vergessen, wie weit wir uns inzwischen entwickelt haben (hoffentlich).

Holt euch Popcorn, lehnt euch zurück, wir starten einen Horrorfilm des schlechten Geschmacks.

Meine Kommentare aus der jetzt-Zeit zu meinen damaligen Ergüssen sind kursiv. Der damalige Originaltext ist der in normaler Schrift.

Kleine Anmerkung: Es geht um einen Flugzeugabsturz und nur, weil ich mich im Folgenden über meine damalige Schreibe lustig mache, heißt das nicht, ich hielte Flugzeugabstürze, menschliche Tragödien oder Verluste für lustig. Ich beziehe mich nur auf mein schlechtes Storytelling – weiter nichts.

 

FLUG 917 ROM
Allein der Titel ist so scheiße, ich sollte die goldene Literaturhimbeere bekommen.

London 19.Oktober 2058 04:48Uhr
In drölftrilliarden Jahren. Und ja – ohne Sinn.

Sie blickte in den dunklen Nachthimmel. Die Tränen liefen ihre Wangen herunter. Wolken zogen über den Himmel. Es war windig, sodass ihr Nachthemd im Wind flatterte. Nichts war zu hören, nichts als ihr durchdringendes Schluchzen. Es war vorbei. Sie würde ihn nie wieder im Arm halten können. Sie richtete den Blick nach unten auf das vertrocknete Gras. Schluchzend ließ sie sich auf die Knie fallen. „Warum?“ brüllte sie mit tränenerstickter Stimme durch die kühle Herbstluft. „Warum?“

Ich war 14 als ich das geschrieben habe, Ladies und Gentlemen. Wieso also nicht mal ganz morbide mit einer theatralisch heulenden Frau einsteigen, am besten noch mit einer flatternden Wäscheleine im Hintergrund? Natürlich trägt sie nur ein Nachthemd (IM OKTOBER) und natürlich läuft sie nach einer Hiobsbotschaft erst mal in den Vorgarten. Das ist eine gänzlich normale Reaktion. Ich laufe immer weinend auf die Straße, wenn das Nutella leer ist, denn ich muss meine Trauer mit der Natur teilen. Oder so. Und natürlich muss alles sehr, sehr weit in der Zukunft spielen, obwohl das hier weder eine Dys- noch Utopie werden sollte, sondern einfach, weil…das weiß ich jetzt halt auch nicht.
Ich hatte in jedem Fall eindeutig zu viele schlechte Melodrams gesehen.

 

London Heathrow 18.Oktober 2058 20:15Uhr

Er schnallte sich den Gurt fest um die Hüften und Schultern. Im Flugzeug war es kalt. Er hasste diese Nachtflüge. Obgleich er es immer wieder beeindruckend fand in diese Sonnenuntergänge hinein zu fliegen.

Ich mag das Wort „diese“. Und ich wollte offensichtlich damit angeben, dass ich fancy Wörter wie „obgleich“ kenne, obwohl ich mich nicht entsinnen kann, jemals laut „obgleich“ gesagt zu haben. Benutzt dieses Wort außerhalb von wissenschaftlichen Aufsätzen überhaupt jemals irgendjemand? Vielleicht an der Supermarktkasse? „Obgleich ich mir der Tatsache bewusst bin, dass Rauchen mich töten wird, so dürstet es mich doch nach Nikotin und ich ersuche sie freundlichst, mir eine Schachtel Marlboro zu verkaufen“. So in der Art? Und wieso wird man eigentlich Pilot, wenn man Fliegen irgendwie doof findet? Und wieso steht er so auf kitschige Sonnenuntergänge? Ist er Nicholas Sparks?!?Außerdem sehr wannabe-Arthouse, dass der mysteriöse „Er“ erst mal keinen Namen hat.

Viel lieber wäre er jetzt Zuhause bei seiner Anny. Aber er musste fliegen, dass war nun einmal sein Job.

Die beiden haben offensichtlich eine sehr gesunde Beziehung mit genügend Freiraum, wenn er sie schon vermisst, weil er arbeiten muss und außerdem mit besitzanzeigendem Fürwort über sie nachdenkt. Es ist weiterhin noch immer faszinierend, wie kacke er seine Arbeit findet und, dass ich das dass mit doppel-S damals noch nicht so richtig verstanden hatte.

Heute ging der Flug quer über die Schweizer Alpen nach Italien. Beliebte Ferienregion, auch jetzt im Herbst.

Vielleicht hätte ich doch Reiseverkehrskauffrau werden sollen, wo ich doch so offenkundig eine echte Expertin in Sachen Ferienregionen und Flugzeugreiserouten bin.

Doch heute waren keine Touristen an Bord, sondern ein Haufen von Professoren die zu irgendeiner Ausgrabung nach Italien wollten.

Ich weiß weder, warum es keine normalen Passagiere sein konnten, noch, warum ich Professoren natürlich zu einer Ausgrabung schicke. In Italien. Weil sie alle Prof. Indiana Jones sind und nach dem heiligen Gral suchen wollen. In Rom. Oder so. Mit 14 dachte ich vermutlich, dass das ist, was Professoren so tun – den Staub von altem Kram pusten.

Gelangweilt ging er mit seinem Kopiloten die Checkliste durch. Alles schien in Ordnung – wie immer. Als die Maschine das Rollfeld verlies war es windstill. Nichts deutete auf Turbulenzen hin. Es war fast zu ruhig. Die Stewardessen waren bester Laune, ebenso wie die Passagiere.

Die Subtitlität dieser Vorausdeutung ist exquisit, oder? ODER?!

Die Meisten von ihnen schliefen ohnehin. Trotzdem wurde ein Film angeboten. „Sahara“ war sein Titel. Die wenigen Passagiere die nicht schliefen starrten also wie gebannt auf die kleinen Bildschirme vor ihnen. Ab und zu drang ein Lachen oder lautes Aufstöhnen ins Cockpit. Es schien ein guter Film zu sein.

Erst mal popkulturelle Anspielungen auf den damaligen – echt trashigen – Lieblingsfilm machen. Außerdem: Scheiß auf Zeichensetzung und Rechtschreibung. Braucht kein Mensch. ANARCHIE!

„Na, George?“ drang es plötzlich an sein Ohr. „Was gibt’s neues?“ Es war Kathy, eine der Stewardessen, die schon lange auf ihn stand.

Ich möchte mich an dieser Stelle für mein hier vermitteltes Frauenbild vielmals entschuldigen, denn es wird leider nur noch schlimmer werden. Viel, viel schlimmer!

„Falls du das Übliche meinst, ich bin immer noch nicht solo und ich habe auch nicht vor mich von Anny zu trennen!“ lautete George Mc.Juices kesse Antwort. „Schade.“ sagte Kathy darauf knapp und zog ein langes Gesicht. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren verließ sie das Cockpit wieder.

Nein, ich schreibe nicht die Dialoge bei „Sturm der Liebe“, aber ich wäre dazu – wie diese Textprobe eindeutig beweist – durchaus befähigt. Mir ist außerdem auch nicht mehr so ganz klar, wieso ich dachte, dass Stewardessen einfach mal so ohne Grund ins Cockpit gelatscht kommen, um den Piloten subtil wie ein Mähdrescher nach seinem Beziehungsstatus zu fragen (es gab ja noch kein Facebook). In meinem Kopf hat das wohl mal Sinn gemacht.

Die beiden Piloten grinsten sich wortlos an. Schließlich war allgemein bekannt, dass Kathy George bei fast jeder Gelegenheit anbaggerte.
Direkt mal klarmachen, dass sie ein Flittchen ist, weil Frauen die Männer anbaggern natürlich absolut nicht gehen. *schlägt ihr 14-jähriges Ich mit einem Judith-Butler-Buch auf den Hinterkopf*
Aber George ließ das kalt. Es gab viele Piloten die ihre Freundinnen oder Ehefrauen betrogen, aber George war einer der Wenigen die nicht dazu gehörten. Er hatte seine Anny, und die liebte er über alles. Und er hatte noch jemanden, Anny war nämlich schwanger. George war furchtbar glücklich als die beiden es vor 5 Monaten erfuhren. Anny war mittlerweile im 6. Monat. Bald wollten die beiden heiraten, dass war auch schon vor Annys Schwangerschaft so geplant gewesen.

Ich präsentiere: Das Glückliche-Pärchen-Klischee-Paket in deluxe Vollausstattung. Quasi der Thermomix unter den Paaren. Nur noch nerviger.

Nun, so hatte George wirklich keinen Grund auf Kathy einzugehen. Er war ohnehin ziemlich genervt von ihrer penetranten Art.

Die Alte ist aber auch penetrant, ihn einfach so zu fragen, was es neues gibt! Sowas billiges, ey!

„Also mich sollte Kathy mal angraben, ich bin schließlich noch zu haben!“ kommentierte Copilot Alan Miller den „Vorfall“ und lächelte vor sich hin.

Er war 28 Jahre alt, hatte blaue, leuchtende Augen und kurze blonde Haare. Er war groß und recht gut gebaut. Alles in allem war er ein hübscher Bursche. Treu und intelligent auch. Umso verwunderlicher war es, dass er ein unglaubliches Pech bei den Frauen hatte.

Vielleicht, weil er ein Abziehbild von Ken ist oder Edward Cullen ohne Blutrausch und Glitzer. Oder vielleicht, weil….ach komm…er ist einfach schon jetzt der flateste flat-character seit dieser Trulla aus 50 Shades of Kackscheiße.

Pilot George Mc.Juices  war „auch nicht von schlechten Eltern“. Er war 32, hatte koboldgrüne Augen und haselnussbraune, ebenfalls kurze Haare. Auch er war groß, gut gebaut, treu und intelligent und vor allem dafür bekannt immer einen kühlen Kopf zu bewahren.

Ich schlage an dieser Stelle kurz ein bisschen meinen Kopf gegen die Wand. Geht gleich wieder.

Etwa zwei Stunden nach Abflug in London befand sich die Maschine mit der Flugnummer 917 über den schweizer Alpen „Tower for Flight 917. Can you hear me?” schallte es aus dem Funkgerät. Die Zentrale, „können sie uns hören?“ war die Frage gewesen. „Yeah, loud and clearly!” antwortete Mc.Juices über Funk. Ja, laut und deutlich, hieß das.

Seht her, ich konnte 4 Brocken Englisch, wollte meine Leser aber wohl nicht damit überfordern, also so rein intellektuell.

„Gut, wir haben Ihnen etwas mitzuteilen!“ kam es wieder vom Tower.

„In Ordnung, wie lautet die Mitteilung?“

DIALOGE AUS DER HÖLLE!

„Über dem Teil der Alpen, den sie gerade überfliegen, braut sich ein gewaltiges Sturmtief zusammen. Haben sie schon etwas auf dem Radar?“

„Nein, nichts Klares zu sehen, aber wir behalten das weiter im Auge und bleiben in Kontakt mit Ihnen. Roger, over and out.“

„Roger over and out.“ endete das Gespräch auch seitens der Zentrale.

Es ist alles so unfassbar aufregend! Jemand noch Kaffee?

„Na super!“ kam es nun von Miller. „Das kann ja wieder was werden, ich habe wirklich keine Lust auf Turbulenzen!“

Miller zog eine äußerst grimmige Grimasse und wandte sich wieder dem Radar zu.
#firstworldproblems

„Glaubst du etwa ich hätte Lust darauf? Das muss auch immer passieren wenn ich Nachtdienst habe!“ kommentierte Mc.Juices ebenfalls grimmig.

Sie hassen ihren Job so sehr, sie könnten glatt streiken!

In den nächsten Minuten war es absolut still im Flugzeug. Der Film  war zuende und alle Passagiere schliefen nun. Die Piloten wechselten kein einziges Wort miteinander und auch die Stewardessen waren ruhig. Das Flugzeug flog durch dicke weiße Wolken und den vom Sonnenuntergang in rot getauchten Himmel hindurch. Ab und zu drang ein lautes Schnarchen aus dem Passagierraum.

Natürlich ist das nicht die Ruhe vor dem Sturm. Allerdings ist es doch eigentlich ganz schön, dass die Meckersäcke einfach mal die Klappe halten.

Plötzlich durchschnitt etwas die fast schon grausame Stille.

„Da!“ Es war Millers Stimme. „Was, da?“ fragte Mc.Juices genervt.

Wäre ja auch zu schön gewesen, ne?

„Ich habe das Sturmtief auf dem Radar! Die Zentrale hatte Recht! Wir fliegen gerade darauf zu, es ist…..einfach riesig. Ich kann weit und breit keine Wetterbesserung erkennen. Können wir den Kurs ändern?“ fragte Miller ungewohnt ängstlich. Er war ein recht erfahrener Pilot, doch so etwas hatte er bei weitem noch nicht gesehen. Ein gewaltiges Sturmtief baute sich in ihrer unmittelbaren Nähe auf. Langsam tauchten riesige graue Wolken vor ihnen auf und es war nur eine Frage der Zeit bis ein gewaltiger Sturm unglaublichen Ausmaßes losbrechen würde.

Achso. Das Sturmtief ist plötzlich einfach so aufgetaucht. Auf dem Radar. Wie so ein Phantom der Wolken. Kachelmann, übernehmen sie!

„Verdammt, nein!“ sagte George aufgeregt. „Es ist zu spät für eine Kurskorrektur! Umdrehen geht auch nicht…so schnell kann die Zentrale nie im Leben einen neuen Kurs berechnen…ich habe keine Ahnung wie viele Maschinen dieselbe Flughöhe haben wie wir! Wir müssen dadurch fliegen.“

Es gibt keine sinnvollen Optionen, weil die Autorin keinen Bock darauf hatte (und zu wenig Ahnung von Flugzeugen, Physik, Storytelling oder banaler Logik)

„Na dann frohe Weihnachten!“ sagte Miller und in seinem Gesicht spiegelte sich seine Angst, vor dem was kommen würde, wieder.
In der weisen Voraussicht, dass aus ihm mal ein Adventskalender of shit werden würde.

„Informiere den Tower!“ befahl George hektisch. Miller rührte sich nicht. Er starrte wie gebannt auf den Radarschirm. Sein Gesicht sah aus, wie das eines Toten. Er war kreidebleich.

George erschrak, als er den Zustand seines Kopiloten bemerkte.

„Kathy!“ rief er. „Kommen sie ins Cockpit und bringen sie zwei Kotztüten und einen nassen, kalten Lappen mit!“

Völlig normales, routiniertes Vorgehen. In die beiden muss man einfach Vertrauen haben! Ihre Kompetenz springt einen geradezu an!

Dann schnappte er sich das Funkgerät und wandte sich an den Tower.

„Tower hier spricht George Mc.Juices Flug 917 Rom für Zentrale. Bitte kommen!“

Doch am anderen Ende der Leitung tat sich nichts. Die Leitung war tot. Wahrscheinlich störte das Wetter die Funkwellen und ließ deshalb nur Funkverkehr mit großer Verzögerung zu. Sie mussten wohl einige Minuten auf Rückmeldung warten.

Seems legit.

„Verdammte Scheiße!“ zischte George.

Murphy’s Law als Anschubser für die Dramaturgie erscheint mir hier völlig legitim.

Da kam auch schon Kathy ins Cockpit gestürmt. „Was ist George? Wofür brauchst du das Zeug?“ fragte sie schnippisch, während sie mit den verlangten Sachen vor Georges Nase herumwedelte.

Kathy kann einfach ganz hervorragend mit Zurückweisung umgehen und verhält sich sehr professionell.

„Wir haben ein Sturmtief vor uns! Ich mache gleich eine Durchsage.  Leg Alan den Lappen in den Nacken und versuch ihn ein bisschen aus seiner Trance zu lösen! Ich brauche ihn verdammt noch mal!“

brüllte er Kathy an. Auch er war kreidebleich geworden, als er einen Blick auf das Radar geworfen hatte. Das war einfach Wahnsinn, auch er hatte ein solches Sturmtief noch nie gesehen.

Ich weiß doch jetzt auch nicht, was das mit dem Lappen soll. Und die komischen Absätze. Und das wahnsinnig absolut enorm krass riesige Sturmtief aus dem Nichts. Und Piloten, die nichts aber auch gar nichts können. Und das andere. Und überhaupt alles.

Kathy starrte ihn schockiert an, klatschte Alan wütend und fester als nötig den Lappen in den Nacken, gab ihm eine Ohrfeige, woraufhin dieser langsam wieder in die Realität zurückkehrte und brüllte „Aufwachen!“ in sein Ohr. Daraufhin verließ sie schnaubend die Kabine.

Ich glaube, Kathy sollte mal mit einem Therapeuten über ihr Aggressionsproblem sprechen.

Was die Piloten nicht wussten: Kathy rannte zur Toilette, schloß sich ein und sackte weinend zusammen. Sie hatte panische Angst. Denn sie wusste, dass die Lage wirklich ernst sein musste, wenn sogar George aus seiner Gelassenheit herausfiel.

Er wirkte bisher ja auch wie ein echter Profi, der mindestens so viel Ahnung vom Fliegen hat wie diese äußerst tiefenentspannte Stewardess, der es an Sicherheit oder Gehirn kaum mangelt.

Außerdem war sie gekränkt. George war immer so abweisend zu ihr. Sie wusste ja, dass er glücklich mit Anny war, aber immerhin hatte sie ihn schon vor seiner Beziehung mit ihr geliebt. Sie war sogar einmal fast mit George zusammengekommen. Das war lange bevor er Anny kennen lernte. Damals waren die beiden verliebt ineinander, doch sie gaben es einfach nicht zu. Damals – an „jenem“ Abend, an dem sich alles verändern sollte, hatten die beiden sich geküsst. Es war der schönste Abend in Kathys Leben gewesen, doch er sollte schrecklich enden und sich in den schrecklichsten verwandeln.

Die Beiden turtelten herum und waren schrecklich glücklich. Doch das Glück war den beiden nicht holt. Sie wollten mit dem letzten Bus noch auf ein Glas Wein zu George nach Hause fahren. Sie stiegen in den Bus und alles schien wunderbar zu sein. Doch George hatte – was Kathy nicht wusste – in seiner Kindheit mal einen Busunfall miterleben müssen. Er hatte seitdem nie wieder einen Bus betreten. Nun, an „jenem“ Abend hatte George, leicht angetrunken wie er war, nicht darüber nachgedacht. Zunächst lief auch alles glänzend, bis der Busfahrer eine Vollbremsung machen musste um zu verhindern einen vorausfahrenden Radfahrer zu überfahren. Kathy wäre fast vom Sitz gefallen, doch George konnte sie festhalten. Plötzlich war George kreidebleich geworden. Die Bilder und all die Erinnerungen an den Unfall liefen an seinen Augen vorbei. Kathy versuchte mit ihm zu sprechen, doch damit stieß sie auf Granit.

An der nächsten Haltestelle stürmte der panische George aus dem Bus, ohne noch ein einziges Wort zu verlieren.

George und Kathy hatten den Rest der selbigen Nacht deprimiert in ihren jeweiligen Wohnungen verbracht.

Die beiden sprachen in den folgenden Wochen kein Wort miteinander.

Erst einige Wochen später erfuhr Kathy, die dachte, dass George so gehandelt hatte, weil er nichts für sie empfand, die ganze Geschichte durch Zufall von einem Kollegen. Sie versuchte mit George darüber zu sprechen, doch dessen Antwort lautete nur: „Zwischen uns ist nichts. Bitte geh.“

WHAT THE ACTUAL FUCK WAS HAPPENING IN MY TEENAGE BRAIN?!? Das ist so ungefähr die krudeste Backstory seit Rosamunde Pilcher. Und WOZU?!? Nur damit es zwischen zwei Hohlbirn-Charakteren „knistert“? Hatte wohl einmal zu oft Bravo Photo Love Story gelesen. Oder das Traumschiff gesehen.

Das war das Ende einer Beziehung die noch nicht einmal angefangen hatte.

Einige Monate später lernte George Anny kennen….

Der Rest der Geschichte ist bekannt.

DÖDÖM.

Im Cockpit war Alan Miller mittlerweile wieder zum Leben erwacht.

„Man hat die Frau einen Schlag drauf!“ sagte er trocken und rieb sich die Wange auf die Kathys Ohrfeige geprasselt war.

„Ach, und mehr fällt dir nicht zu unserer Lage ein?“ fragte George wütend.

„Sorry  ……….ich war ………. nur kurz.. äh..Weggetreten!“ erwiderte Miller kleinlaut.

Er war Klassenbester in der Ausbildung, unser Ken.

„Wir sind hier verdammt noch mal in einem Flugzeug…..“ begann George wütend, besann sich dann aber und fuhr sich nervös mit der Hand durch die Haare.

NÄ?!? SACH AN?!?

„Ja ja schon gut, tut mir leid ich …. du kannst ja nichts dafür.“

Dafür, dass er ein Idiot ist? Doch. Obwohl, ne…dafür kann eigentlich nur ich was. Sorry, Jungs.

Auch er hatte an „jenen Abend“ denken müssen als er Kathy so angesehen hatte.

Alan sah George an und wusste was er dachte.

I ship it.

Dennoch verlor er kein Wort, er wusste, dass es im Moment wichtigeres zu tun gab, als sich gegenseitig zu bemitleiden.

Schön, dass er das dann auch mal merkt, oder?

„Tower informiert?“ murmelte Alan stattdessen.

„Ja, aber noch keine Rückmeldung, wetterbedingte Verzögerung schätze ich!“ sagte George, der sich inzwischen wieder gefasst hatte.

„Mist“ brachte Alan hervor. „Also, was nun? Soll ich schon mal die Durchsage an die Passagiere durchgeben?“

„Ja, ich bitte darum!“
Höflich im Angesicht des Todes: Teenager-Edition.

Wenige Sekunden später hallte Millers Stimme durch den Passagierraum: „ Sehr geehrte Passagiere, hier spricht Kopilot Alan Miller. Ich möchte sie darüber informieren, dass wir bald ein Sturmtief durchfliegen werden, und es deshalb eventuell zu einigen Turbulenzen kommen könnte. Wir bitten sie deshalb sich anzuschnallen und möchten sie darauf hinweisen, dass die Stewardessen sie noch einmal mit den Notfallmaßnahmen vertraut machen werden.

Wir werden das Sturmtief in etwa 5 Minuten erreichen und sie selbstverständlich sofort darüber informieren wenn wir es passiert haben. Vielen Dank für ihr Verständnis. Und wir wünschen Ihnen trotz allem noch einen angenehmen Flug!“
Natürlich wäre nach einer solchen Durchsage niemand auch nur im mindesten besorgt oder würde in haltlose Panik ausbrechen, denn immerhin fliegen dieses Flugzeug die beiden unbegabtesten Jammerschwachmaten der Literaturgeschichte.

„Man könnte meinen, das hier wäre eine Standardsituation, so ruhig wie du das gesagt hast!“ meinte George.

„Na ja“ erwiderte Alan „Ganz ehrlich, ich bin überhaupt nicht gelassen, ehrlich gesagt hab ich…“ „verdammte Riesen Angst“ unterbrach ihn George. „Geht mir genauso“

Kann die beiden denn nicht mal jemand auf’n Arm nehmen und ihnen das Köpfchen streicheln?

Stille.
Endlich. Mehr davon!

„Vortbildungssiminar
Rechtschreibfehler aus der HÖLLE
zum Thema wie vermeidet man den Panikausbruch in Notsituationen?“ sagten beide Piloten gleichzeitig und mussten lachen. „Und ich hab mich immer gefragt wozu man diesen Mist mal braucht!“ grinste George. „Man lernt nie aus!“ lachte Alan.
Na auf der V(!)ortbildung wäre ich aber auch gerne dabei gewesen. Muss ja der Brüller des Jahrhunderts gewesen sein.

„Tower für Flug 917 Rom, haben sie das Sturmtief bereits gesichtet? Bitte kommen!“ schallte es endlich aus dem Funkgerät. Erleichtert sahen sich die beiden Piloten an. Der Funkkontakt war also nicht unterbrochen, sondern nur verzögert.
Keine Ahnung, ob sowas überhaupt möglich ist, aber das ist jetzt einfach so, weil das halt in die Handlung passt (ich sollte wirklich scripte für Vorabendserien schreiben!).

Schnell schnappte George sich das Funkgerät.

„Flug 917 Rom für Tower. Befinden uns etwa 20 Grad südlich der Schweizer Alpen, haben Sturmtief geortet und werden noch etwa 2 Minuten haben, bevor wir es passieren. Es scheint ein gewaltiges Sturmtief zu sein, vermutlich gekoppelt mit einer Gewitterfront. Es wird höchstwahrscheinlich zu schweren Turbolenzen kommen. Wir haben keine Möglichkeit den Kurs zu diesem Zeitpunkt noch zu verändern. Außerdem haben wir festgestellt, dass unser Funkverkehr gestört ist und nur mit großer Verzögerung funktioniert. Werden uns ab sofort nur noch auf den Flug konzentrieren müssen und unterbrechen daher den Funkverkehr zu Ihnen. Sobald wir das Sturmtief überwunden haben, werden wir uns zurückmelden. Over and out.” beendete er das Gespräch.

Ich habe leider nichts zu meiner Verteidigung vorzubringen. Logik war damals wohl noch nicht so meine Stärke.

„Ach und du sagst ich wäre gelassen! Starke Turbolenzen!
HUUUIIII Turbolenzen! Die sind ganz schön schnell!

Das ich nicht lache! Wir können froh sein wenn wir nicht abschmieren! Und was laberst du von Gewitterfront? Du willst doch nicht sagen dass…..“ „…dass wir ein ausgewachsenes Unwetter vor uns haben? Doch genau das will ich! Verdammt, vielleicht überschätzen wir das Ganze einfach! Es kann auch vollkommen harmlos sein und außerdem werden wir verdammt noch mal bestimmt nicht abschmieren, wie du es nennst. Ich gebe zu, so was habe ich auch noch nie gesehen, aber irgendwann ist immer das erste Mal! Und ich werde diese Maschine da durch jagen, schließlich will ich Anny Morgen nicht umsonst am Flughafen warten lassen!“ unterbrach Mc.Juices Miller. Nach seinem letzten Satz breitete sich ein breites Grinsen auf seinem Gesicht aus.

„Sorry Chef! Du…du hast recht! Ein gewöhnlicher Sturm! Das packen wir! Aber…. darf ich morgen mit bei euch Mittag essen? Du weißt schon, auf mich wartet keiner!“ fragte Miller und verzog sein Gesicht zu einem unschuldigen Lächeln. „Natürlich kannst du bei uns essen! Warts ab, du findest auch noch die Richtige! Ok, Kumpel! Wir machen das!“ lachte George.

„Es ist angerichtet!“ witzelte Alan als sie nun nur noch 30 Sekunden bis zum passieren des Sturmtiefes hatten. Er hätte diesen Witz mit Sicherheit nicht gemacht, wenn er gewusst hätte was ihnen nun blühte.
Dieser Dialog ist mindestens so ausgefeilt und sinnvoll wie bei „Mitten im Leben“. Er ist realitätsnah, emotional und sprachlich sehr ausgefeilt. Ich bin der Hammer.

 

  1. Oktober 2058 22:50 Uhr London Heathrow Tower/Zentrale

„Scheiße!“ hallte eine tiefe Stimme durch den Raum, sie gehörte Mr. Stevan Collins einem großem kräftigem Mann Mitte 50.
StevAn hat den Durchblick. Scheiße trifft’s einfach sehr gut. Guter Mann, Stevan!
 Er hatte große braune Augen, stoppelige schwarze Haare und einen unglaublich schmalen Mund.
Wo ist der Bus mit den Leuten, die das interessiert?
Soeben hatten die Piloten des Fluges 917 Rom und die des Fluges 828 Bern – London die sich beide vor einem Sturmtief befanden jeweils den Funkkontakt unterbrochen.
Guck mal, nicht nur Alan und George sind strohdoof.

„Das können die doch nicht machen! Die wissen nicht einmal dass sie genau aufeinander zufliegen, weil sie vom Kurs abgekommen sind. Ihre Radare können sich gegenseitig gar nicht wahrnehmen, bei dem Sturm erkennen die auf dem Schirm doch nichts mehr! Mountain, funken sie die beiden weiter an! Sie müssen einfach versuchen die beiden zu erreichen. Flug 917 soll eine sofortige Kurskorrektur vornehmen… oder… oder… es wird ein Unglück geben!“ monologierte Collins.
THE ULTIMATE UNREALISTIC DRAMA! Gleich rammen sie noch ein Raumschiff und Alf knallt auf die Windschutzscheibe während Celine Dion „My heart will go on“ in den Orbit schmettert und Donald Trump auf einer Rakete vorbeireitet und „great again!“ brüllt.

Mit Mountain meinte er Andy Mountain, einen kleinen, drahtigen Funker Anfang 30, der fieberhaft versuchte die Maschinen über Funk zu erreichen. Doch die Piloten reagierten nicht. „Es ist aussichtslos!“ schnaubte er „Die reagieren keinen Funken
WORTWITZ!
und ignorieren unsere Signale.“ Setzte er nach. „Das kann doch wohl nicht wahr sein!“ seufzte Collins.

Mountain verzog das Gesicht: „Ist es aber!“
Diese Varianz der Worte, die ich hier für „sprechen“ einsetze, ist doch wohl preisverdächtig, oder?

 

  1. Oktober 2058; 30 grad südlich der Schweizer Alpen, selbe Zeit.

Die beiden Piloten des Flugs 917 Rom ahnten nicht im Geringsten von alledem. Sie konzentrierten sich voll und ganz auf das Unwetter vor ihnen und kümmerten sich einen Dreck um den Funkverkehr.

Sie sind ja sowas von unfassbar professionell.
Sie waren gerade mitten in das Tief geflogen.
Warum nicht drüber? Hat denn da einfach niemand in Physik aufgepasst? NIEMAND? Oder ist im Jahr 2058(WIESO GENAU SPIELT DAS NOCHMAL IN DER ZUKUNFT?!? OHNE HOVERBOARDS?!?) Tieffliegen einfach gerade heftig in Mode?
 Das Flugzeug schaukelte arg und George Mc.Juices Können wir kurz darüber sprechen, dass er McSäfte heißt? Das klingt, wie ein verdammter Porno-Name. Was war da nur los? behielt Recht. Es war die reinste Katastrophe: Der Sturm entpuppte sich als wahrer Orkan und auch ein gewaltiges Gewitter brach los.
Oh my god no. Ein Unwetter, das tatsächlich unwettert.

Dennoch lief bisher alles gut und George konnte die Maschine gerade halten.
We don’t need another heeeeeerooooo
Hektisch huschten Alan Millers Augen über die vielen Kontrollleuchten und Druckmesser, Seine Augen huschen. Nicht etwa sein Blick. Denn Alans Augen sind Roboteraugen. Muss praktisch sein, die einfach mal kurz rausnehmen zu können. Heuschnupfen wäre nie wieder die absolute Hölle. Einfach kurz die Augen abspülen…ich schweife ab. vor allem aber galt sein Blick dem Radar. Er musste es ständig im Auge behalten, denn bei diesen Wolken konnte sein Kollege George so gut wie nichts sehen. WAS?  Käme ihnen nun eine andere, vom Kurs abgekommene Maschine entgegen…..dann wäre es schlichtweg aus. Magical Voraus-/Zurückdeutungen Part 1 Billion Doch so sehr Alan sich bemühte, er konnte nichts anderes als die Wetterfront erkennen. Ich hatte sehr viel Ahnung von Radartechnik.

Plötzlich erschütterte ein gewaltiger Knall das Flugzeug.

George wurde fast starr vor Angst, als er merkte wie das Flugzeug leicht zu kippen schien, doch er konnte die Maschine wieder raufziehen.

„Was war das?“ fragte er Alan hektisch

„Das WAR Triebwerk Nr. 1, es ist ausgefallen. Jetzt haben wir nur noch 2 verdammte Triebwerke…“ antwortete dieser wie hypnotisiert.
And so, the drama unfolds.
Denn das Triebwerk hatte spontan gerade einfach keine Lust mehr. Was für ein blöder Zufall aber auch, dass der Techniker sich ausgerechnet gestern gedacht haben muss „Ach komm, die Schrauben zieh‘ ich nicht nochmal nach.“