Der Adventskalender of shit ist zurück // Teil 1/4

Als ich 14 war, habe ich mal einen sehr, sehr schlechten Roman geschrieben – aus purer Langeweile. Damals dachte ich, ich wäre ein Genie. Heute weiß ich, ich war einfach ein sehr, sehr schlechter, hormongesteuerter Teenager-Hobbyschreiberling mit wenig Talent. Vor ein paar Jahren habe ich hier mal einen Auszug aus meinem Schund“Roman“ veröffentlicht, den ich auf Twitter liebevoll #SchleRaZ (Für „schlechtester Roman aller Zeiten“ in Anlehnung an die #SchleFaZ Sendereihe auf Tele5) nenne. Im letzten Jahr entstand dann die Idee zum Adventskalender of shit. Um euch mit qualitativ minderwertigem Schund zu erfreuen wird es deshalb auch in diesem Jahr zu (oder nach) jedem Adventssonntag einen unterirdisch furchtbaren Post mit von mir selbst verfasster Flame-Veriss-OMG-WTF-Kommentierung geben.

Lacht mit mir darüber, wie schlecht ich früher war und heute hoffentlich nicht mehr bin.

Holt euch Popcorn, lehnt euch zurück, wir starten einen Horrorfilm des schlechten Geschmacks.

Meine Kommentare aus der jetzt-Zeit zu meinen damaligen Ergüssen sind kursiv. Der damalige Originaltext ist der in normaler Schrift.

Wer neu dazukommt findet den Anfang des Grauens hier: 
Teil 1: https://moechtegernschriftstellerin.wordpress.com/2016/11/28/der-schleraz-adventskalender-of-shit/
Teil 2: https://moechtegernschriftstellerin.wordpress.com/2016/12/05/der-schleraz-adventskalender-of-shit-teil-ii/
Teil 3: https://moechtegernschriftstellerin.wordpress.com/2016/12/24/adventskalender-of-shit-des-grauens-teil-3-frohe-weihnachten/

Kleine Anmerkung: Es geht um einen Flugzeugabsturz und nur, weil ich mich im Folgenden über meine damalige Schreibe lustig mache, heißt das nicht, ich hielte Flugzeugabstürze, menschliche Tragödien oder Verluste für lustig. Ich beziehe mich nur auf mein schlechtes Storytelling – weiter nichts.

Und auf geht die wilde Fahrt:

19. Oktober 2058 Mitternacht London
Natürlich Mitternacht. Denn nur Mitternacht ist dramatisch genug für echte Dramatik.

Anny lag in ihrem Bett und konnte nicht schlafen. Sie hatte ein seltsames Gefühl im Bauch.
Langsam stand sie auf und trat ans Fenster. Sie schaute in den sternenbesetzten Nachthimmel.
Ein schrecklicher Gedanke schoss ihr durch den Kopf. Sie bekam Angst.
„Ach blanker Unsinn!“ dachte sie dann und versuchte sich zu beruhigen.
Sie legte sich zurück ins Bett, doch schlafen würde sie in dieser Nacht nicht mehr.
Jeder Satz ein neuer Absatz.
Denn nur so kommt jedes dieser fabulösen  Vorahnungs-Drittes-Auge-Liebe-Verbindet-Klischee richtig zur Geltung.
Und natürlich ist der Nachthimmel in einer fucking Großstadt sternenbesetzt. Im Jahre drölf gibt es wohl keine Lichtverschmutzung mehr. 

19.Oktober 2058  03:50 Uhr London Tower/Zentrale
„Was soll das heißen, sie können nicht weiter nach ihnen suchen?“ bellte Collins den kleinen hageren Mann mit Namen Michael Brandon an.
Brandon erschrak. „D … das s …oll heißen dass wir die Suche abbrechen müssen!“ stotterte er ängstlich.
Einfach hinter jeden Buchstaben 46 Punkte setzen, tada Stotterer. Writingskills over 9.000.
„Aber…..“ begann Collins
„Das Unwetter lässt es nicht zu! Es gibt ohnehin keine Hoffnung mehr!“ unterbrach ihn Brandon.
„Wir geben dem Trupp noch“ Er schaute auf seine Armbanduhr „98 Minuten!“ sagte Collins leise. „Dann war’s das!“
„Komm, jetzt haben wir die Deppen so 4 Stunden gesucht, jetzt muss auch gut sein.“ „Aber Chef…“ „Na gut, ich sach‘ mal…98 Minuten gehen noch.“ „Wieso denn 98?“ „Weil ich da Bock drauf habe, man!“

 

London 19.Oktober 2058 04:47Uhr – Denn wir hatten ja schon so lange keinen riesigen Zeitsprung mehr um ein offensichtliches Plothole zu kitten.
Anny lag in ihrem Bett und konnte noch immer nicht schlafen. Plötzlich klingelte das Telefon. Erschrocken setzte Anny sich auf. „Wer kann das jetzt noch sein? Vielleicht ist George in Italien gelandet und wollte sich melden“ dachte sie und lächelte, freudig rannte sie zum Telefon. Anny hob den Telefonhörer an ihr Ohr. „Anny Farmers“ meldete sie sich fröhlich. Annys Blick veränderte sich. „Das, das ist nicht war!“ rief sie erschrocken. Ihre Augen weiteten sich. Der Telefonhörer glitt aus ihrer Hand. Sie war Kreidebleich. Weinend rannte sie nach draußen.
Die Frau rennt einfach zu gerne nach draußen. Dürfte jetzt so das 4. Mal gewesen sein. Vielleicht haben die Götter ihr Gerenne als Regentanz missverstanden und sie ist in Wahrheit die Wurzel des Unwetters! #Plottwist

Sie blickte in den dunklen Nachthimmel. Die Tränen liefen ihre Wangen herunter. Wolken zogen über den Himmel. Es war windig, sodass ihr Nachthemd im Wind flatterte. Nichts war zu hören, nichts als ihr durchdringendes Schluchzen. Es war vorbei. Sie würde ihn nie wieder im Arm halten können. Sie richtete den Blick nach unten auf das vertrocknete Gras. Schluchzend ließ sie sich auf die Knie fallen. „Warum?“ brüllte sie mit tränenerstickter Stimme durch die kühle Herbstluft. „Warum?“
Oh, eine Wiederholung. Much wow, very Lost.

18. Oktober 2058 23:50 Uhr In einem tiefen Wald irgendwo nahe den Schweizer Alpen. – Häh, jetzt wieder zurück? Ist das jetzt eine Vor- oder Rückblende? Oder eine Jetzt-Blende? Oder ein…ach scheiß drauf. Es ist einfach ein Timefuck.

Es stürmte, Blitzte zuckten und es regnete in Strömen. Bei Unwetter? Boah. Krass. Das hätte jetzt halt auch keiner gedacht.

Das Wrack des großen Flugzeugs Boing 749 mit der Flugnummer 917, das mit der Spitze leicht in den Boden versunken war qualmte. Ein lautes Husten drang heraus. Wir alle wissen, Flugzeuge fallen immer mit der Spitze nach unten. Und nach schweren Unfällen mit heftigem Aufprall muss man vor allem eins: Erst mal hart abhusten. Und natürlich qualmt das Flugzeug einfach so. Ich würde auch rauchen vor Wut, wenn mich zwei Vollidioten aus Versehen bruchgelandet hätten.

Vorsichtig streckte ein schwarzhaariger Mann Anfang 30 seinen Kopf aus dem riesengroßen Loch das in die Flugzeugwand gerissen war. Das ist da halt weil.

Sein Name war Tom Caroliners. Insert dramatisches Early Hollywood Ära Filmgeräusch here.

Das Husten wurde lauter. EINFACH WEIL.

Tom kletterte aus dem Wrack heraus, hinter sich eine junge Frau mit Namen Kathy Longridge. Immer mehr Menschen kletterten hustend aus dem qualmenden Wrack. Es waren 33 Personen. Warum nicht 69? Schlecht.

Dann geschah eine Weile nichts mehr. Schließlich rannte Tom zurück in das Wrack. Es ist so aufregend, man möchte glatt eine Flasche Baldrian wegschlürfen.

Etwa 5 Minuten später kehrte Tom mit einem weiteren Mann zurück aus dem Wrack. Sein Name: Alan Miller. Die beiden trugen einen hustenden, stöhnenden Mann, George Mc.Juices.

Vorsichtig legten sie ihn auf ein Stück ebenen Boden.

Hustend und um Atem ringend saßen sie eine Weile im Regen.

Was man halt so macht nachdem man aus purer Dummheit einen Absturz verursacht hat und ohne Sinn im Flugzeug noch schnell gefühlt alle Folgen GZSZ jemals nachgespielt hat.

Plötzlich schrie jemand. Es war ein freudiges schreien. „Wir leben! Verdammt, wir LEBEN!“, es war die Stimme von Alan.

Alle Personen begannen zu lächeln und plötzlich war die Luft von Freudenschreien erhellt.

Wenn Sie Hüte zum hochwerfen gehabt hätten – man, dann wäre was los gewesen.

Als die Schreie verebbt waren, erhob Tom sich und zog einen Zettel aus der Tasche seiner zerfledderten Hose. Es war eine Passagierliste.

„Bitte Ruhe!“ rief er immer noch hustend.

Hat vielleicht mal jemand ein Ricola? Oder ein Hirn?

Blitzschnell herrschte Stille.

„Ich werde jetzt alle ihre Namen aufrufen um zu überprüfen ob wir vollständig sind. Bitte melden sie sich dann mit einem lauten Ja und kommen rüber zu mir, damit die Stewardessen und ich uns um ihre Verletzungen kümmern können!“

Tom begann zu lesen.

Man könnte natürlich auch mal um die Absturzstelle nach Verletzten suchen, aber hey, was weiß ich schon. Obwohl – das ist hier ja mein Schund. Hm. *Versucht sich selbst zu schütteln*

 

„Pat Maryll?“

„Ja!“

„Lincoln Baker?“

„Ja!“

„Mike Foster?“

„Ja!“

„Pete King?“

„Ja!“

So ging es weiter, nach und nach wurden die Namen aufgerufen und die Personen meldeten sich. Tracy Foster, Ewan McLestor , Victor Mc. Rae , Raymond Baltymoore, Shannon Doorsen, Roger Williams, Andrew Fox, David Rickson, Jack Gregorson, Queenie Cliff, Tommy Johnson, Lucy Edwardson, Benjamin Cooper, Camille Dupont, Pierre Garcon, Jules Becot, Marlene Fouerie, Francois Kleber, Albert Chiraque, Barbette Bombon, Lars Petersen.

Traurigster Funfact EVER: Diese Namenliste hat mich damals Stunden gekostet und jeder verkackte Name ist eine Anspielung auf irgendwen oder irgendwas. Warum konnte ich keine normalen Hobbys haben? Sowas wie…keine Ahnung, Klöppeln? Oder Sumoringen? 

“Silvia Hansen?” rief Tom den letzten Namen auf seiner Liste.

Stille

„Silvia Hansen?” rief Tom erneut

Stille

Diese Spannung. Zerreißt sie euch auch so? Wollen wir Händchen halten?

…….

„Äh ja!“ antwortete die deutsche Forscherin erschrocken. Sie war noch so geschockt, das sie vom Geschehen um sich herum rein gar nichts mitbekam.

Boah, echt jetzt?

Tom atmete auf.

Alle Passagiere lebten.

Niemand der Passagiere war ernsthaft verletzt.

Klar, ich meine warum sollte auch irgendwer außer broken George verletzt sein, nachdem er in einem Flugzeug wie ein nasser Sack vom Himmel gefallen ist? Haben halt alle Glück gehabt, ne? Hört man ja immer wieder: Huch, Flugzeugabsturz, zum Glück nur Schürfwunden, oopsie.

Tom wollte nun die Crew überprüfen.

Weil die ja auch so groß ist, dass er sich nicht einfach mal eben umgucken kann.

„Kathy Longridge?“

„Ja!“

„Veronica Cansington?“

„Ja!“

„Beatrice Paradise?“

„Ja!“

„Alan Miller?“

„Ja!“

Und schließlich

„George Mc. Juices?”

Ein klägliches “Ja” drang an Toms Ohren.

Niemand war Tot.

Natürlich nicht. Mein übermoralisches 14-jähriges Ich war sogar zu weich, um eine fiktionale Person zu töten. *Hier Augenrollgeräusch einfügen*

Allen viel ein Stein vom Herzen.

Seid ihr auch so enttäuscht – äh erleichtert?

Einige Mitglieder der Besatzung hatte es allerdings erwischt. Viele von ihnen waren verletzt.

Auf denen lag halt nicht derselbe fancy Voodozauber wie auf den Ausgrabungsforschern.

Kathys Handgelenk war gebrochen, Alan hatte sich einen Finger gebrochen, MUCH WOW Tom trug seine Verletzungen von Vorhin mit sich herum und George, ja George, dem ging es wirklich schlecht. George ist mit Abstand die nervigste Figur die ich je geschrieben habe – nein – die jemals geschrieben wurde.

Seine Schulter war noch stärker verletzt als vorher und beim Sturz im Flugzeug hatte er sich offenbar eine Rippe gebrochen. Sie mussten schauen das sie schleunigst Hilfe bekamen.
So ne gebrochene Rippe und ne putzige Schürfwunde töten ja bekanntlich in MINUTEN.

Alle waren so erleichtert darüber dass niemand tot war, dass sie gar nicht merkten wie sie klitschnass wurden. Doch langsam erwachten sie alle wieder aus ihrer Euphorie. Ihnen wurde kalt. Captain Obvious ist zurück auf der Brücke, Ladies & Gentlemen. Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie den Bullshit.

Alan, der sich neben George niedergelassen hatte, erhob sich. Er beugte sich über George. „Wie geht es dir George?“ fragte er ihn. „Na ja“ flüsterte George. „Ging mir schon besser!“ sagte er und versuchte zu lächeln.

Alan sah George mitleidig an. Sein Kumpel war wirklich tapfer.

„Wird schon!“ lächelte er George an.

How not to ship this? 

Dann ging er zu Tom rüber. „Wir brauchen schleunigst Hilfe, und vor allem müssen wir schauen das wir einen Unterschlupf finden. So wie ich das sehe müsste das Gewitter nämlich gleich genau über uns sein, und Gewitter und Wald verträgt sich ja bekanntlich schlecht.“ Sagte er zu ihm. „Da haben sie recht Mr. Miller.“ Sagte Tom. „Sie? Nach dem Zeug hier?“ sagte Alan und deutete auf das Wrack. „Ne! Ich bin Alan und DU?“ fragte er den leicht verdutzten Tom. „Äh wissen sie…äh weißt du doch! Tom!“ stammelte Tom. „Geht doch!“ lachte Alan „Ich würde ja gern Brüderschaft mit dir Trinken aber der Champagner ist leider aus!“ witzelte Alan. „Aber nun mal zurück zum wichtigen, ich geh mal rein und schau ob da noch was zu retten ist! Ich werd mal versuchen die Zentrale anzufunken.“ Sagte Alan trocken und wandte sich in Richtung Wrack. „Ach, äh“ sagte Alan und drehte sich noch mal zu Tom. „Ab jetzt bist du mein Co – Pilot hier unten, ich glaube George hat anderweitig zu tun! Aber sag ihm um Himmels Willen nichts davon!“ dann lief Alan herüber zum Wrack.

Ich muss kurz das Würgen wieder unter Kontrolle bekommen, geht gleich wieder…ne doch nicht. Gott, ist das schlimm. 

Tom suchte in zwischen die nahe Umgebung nach einem Unterschlupf o.ä. ab, aber da war nichts. Nur Bäume, nichts als Bäume. Sie waren im tiefsten Wald gelandet. Zudem war es stockdunkel. Man konnte seine eigene Hand vor Augen kaum sehen.

Europäische Wälder sind ja bekanntermaßen auch so hardcore, dass man nicht einfach versuchen könnte, einen Weg raus zu finden. Wrackteile und Holz für einen Unterstand zu nutzen wäre natürlich gleichermaßen zu logisch.

Missmutig kehrte er zu den Anderen zurück und setze sich auf den nassen Boden.

Jetzt isser auch noch bockig. Doofer Flu
gzeugabsturz. Mannoooo.
Wenige Minuten später kehrte Alan aus dem Wrack zurück.

Er hatte eine leicht verschmorte Plastiktüte in der Hand.

„Nix mit Funk!“ brummte er als er bei Tom war. „DAS ist alles was ich gefunden hab.“ Sagte er übellaunig und drückte Tom die Plastiktüte in die Hand.

Darin befanden sich:

Einige verpackte Süßigkeiten die für gewöhnlich an Bord verteilt wurden, ein Taschenmesser, ein halb verkohltes Foto auf dem Anny zu sehen war (es musste wohl aus Georges Jacke gefallen sein), eine kurze Eisenstange die im Wrack herumgerollt war, 2 Flaschen Mineralwasser, ein verkohltes Handy, 3 Taschenlampen und der leicht ramponierte Inhalt eines Verbandskastens.

Scheinbar hat es ganz kurz gebrannt aber dann nicht mehr und ich weiß doch auch nicht was die Plastiktüte und das Zeug sollen und überhaupt alles. Aber hey, wusstet ihr, dass sich in der Pubertät die Hirnstruktur komplett verändert und sich zeitweise ganze Stränge im Hirn lösen und DAS MUSS JA WOHL DIE ERKLÄRUNG FÜR DIESEN SCHWACHSINN SEIN!

Alan und Tom sahen sich wortlos an. Ihnen Beiden wurde etwas klar und es lief ihnen eiskalt den Rücken runter. Sie hatten den Absturz wie durch ein Wunder überlebt, aber sie waren in der Wildnis verloren. Wenn ein Suchtrupp nach ihnen suchte würde es Tage dauern bis sie gefunden wurden, noch dazu bei diesem Wetter, dem sie Schutzlos ausgeliefert waren.

In der Wildnis. So’n Wald in der Schweit is ja bekanntermaßen wie ein Dschungel. Nur auf Hunger Games Art. Quasi die ultimative Todesfalle. Ich meine, manchmal gibt es sogar Kreuzottern! Rette sich wer kann!

Plötzlich stand Veronica zwischen den Beiden niedergeschlagenen Männern.

„Was ist los?“ fragte sie als sie die betretenen Mienen der Beiden bemerkte. Alan sah Veronica tief in die Augen. „Wir kommen hier nicht weg! Und der Funk geht auch nicht! Wir haben den Absturz überlebt, aber wir werden trotzdem sterben!“ murmelte er bedrückt.

Lange Jahre habe ich mich gefragt, ob irgendjemand auf der Welt melodramatischer sein könnte als ich. Dann habe ich ihn einfach selbst erschaffen, ihn Alan genannt und ihm einfach kein Hirn gegeben aber stattdessen viel, viel Memmentum.

Veronica war zunächst sprachlos, denn sie wusste das Miller Recht hatte. „Hey!“ rief sie plötzlich als sei ihr ein Licht aufgegangen.

„WER HAT EIN HANDY BEI SICH?“ brüllte sie über die frierenden Leute hinweg. „ICH!“ rief es plötzlich aus allen Ecken.

„BITTE SCHALTEN SIE DIE AN UND GEBEN SIE UNS!“ rief Veronica.

VOM CAPSLOCK WIRD DAS AUCH NICHT WENIGER DUMM. Denn natürlich hatte bisher niemand die Idee, sein Handy zu benutzen. Und natürlich würde man es dieser äußerst kompetenten Crew, die beinahe alle gekillt hätte, sofort sein einziges Kontaktmittel zu normalen Menschen überlassen. 

Alan und Tom ging ein Licht auf.

Plötzlich hielten sie ein duzend Handys in den Händen und versuchten fieberhaft den Notruf zu erreichen, doch sie bekamen keinen Empfang.

Verzweifelt ließen sie die Handys sinken und gaben sie ihren Besitzern zurück.

Auch im Jahr drölf isses mit dem Netz in Westeuropa scheinbar nicht so weit her. Schade Schokolade.

„Das war’s dann!“ brummte Tom.

Alan sah Veronica an. Es traf ihn wie der Blitz als er in ihre klaren blauen Augen schaute. Er war in sie verliebt. Es war ein Moment der Verzweiflung, aber Alan wurde plötzlich ganz warm ums Herz. Mittlerweile glaubte er wirklich dass er nicht mehr lange zu Leben hatte. „Entweder ich sage es jetzt oder ich werde begraben ohne es je gesagt zu haben.“ dachte er. „Veronica“ setzte er an. Veronica blickte ihn an. „Ja?“ fragte sie und rang sich ein müdes Lächeln ab. Auch Veronica war schon länger ein bisschen in Alan verknallt, hatte es aber nie jemand merken lassen.

„Ich… ich“ stotterte Alan „Ich…Veronica.. ich darf doch Veronica sagen?“ fragte er und lief rot an. „Ja…!“ sagte Veronica erwartungsvoll. „Ich … ich… mag dich verdammt gerne!“ brachte Alan endlich hervor. Er merkte gar nicht dass er ziemlich laut schrie.

Wow. Ist das noch unfreiwillig komisch, oder kann das schon weg? (Antwortet nicht, ich weiß, es ist sehr, sehr schlimm…*kopf gegen die Wand Geräusch*)

Die Ex – Passagiere waren zu sehr mit sich beschäftigt und merkten nichts, doch die Stewardessen sahen in Alans Richtung, Tom grinste Alan an und sogar George setzte sich ein Stück auf und blickte zu Alan herüber.

Tom murmelte etwas von wegen „Ich geh mich mal erleichtern!“ und verschwand kichernd. Alle Blicke ruhten auf Veronica. „Ich hab dich auch verdammt gern Alan!“ flüsterte Veronica und strich über Alans Haare.

Das ist in etwa so ramontisch wie…ich weiß nicht…eine Lothar Matthäus Hochzeit?

Die anderen drehten sich um damit sie die beiden nicht störten.

Flugzeugabsturz-Überlebende-Priorities: Mal lieber nicht die Bumse-Anbahnung von zwei Hohlbirnen stören.

Alan starrte Veronica unverwandt an. Es war ein surrealer fast kitschiger Augenblick.

Aber halt nur fast kitschig. NUR FAST TOTAL HARDCORE SCHLECHT.

Veronica setzte sich neben Alan und legte seinen Arm um sie. Sie lehnte sich bei ihm an. Langsam begann sie zu schluchzen. „Ich will nicht sterben!“ flüsterte sie. Alan nahm sie fest in seine Arme. Der Moment schien ewig zu dauern.

Die ganze fucking Story dauert gefühlt ewig. Ist eigentlich schon irgendwas passiert, außer das alle dauernd Heulen und Anny die Natur anschreit?

 

Plötzlich wurde das Donnern immer lauter.

„Scheiße!“ dachte Alan plötzlich.

Es brauchte nur den Funken eines Blitzes und das Wrack konnte in die Luft fliegen, der Tank hatte Leck geschlagen. Sie mussten hier weg. Sofort.

Endlich kommt die harte Action.

„Wir müssen weg!“ sagte er zu Veronica und sprang auf.

Er rannte zu Tom und Beatrice herüber. „Beatrice, schnappen sie sich die Forscher und laufen sie los! Immer geradeaus, wenn sie einen Kilometer weit sind bleiben sie stehen.“ Beatrice rührte sich nicht.

Who the fuck is eigentlich Beatrice?

„Na los!“ brüllte Alan sie an.

Sofort rannte Beatrice zu den Forschern, bald darauf rannten sie alle wie geheißen los. „Tom, komm mit, du musst mir mit George helfen! Veronica, Kathy, ihr kommt mit uns! Wartet hier!“ Tom und Alan liefen zu George herüber.

„Ach denkt ihr doch noch an mich?“ rief dieser erleichtert. „Guter fang Alan!“ murmelte er dann noch leise. „George wir müssen hier weg! Das Flugzeug kann jede Sekunde hochgehen!“

Die Dialoge von Alan und George sind so abstrus, dagegen sind die Gespräche von Jack und Rose in „Titanic“ geradezu Shakespeare-Poetisch.

„Ich kann nicht rennen!“ sagte George mit einem Anflug von Panik.

„Kannst du ein bisschen laufen?“ fragte Alan hektisch.

„Ich denke schon, aber schnell bestimmt nicht!“ erwiderte George

„Gut, Tom und ich stützen dich! Auf drei! Eins, zwei DREI!“ Alan überschlug sich fast beim sprechen.

George stöhnte beim aufstehen und er stützte sich auf die Schultern der beiden Männer. Seine Füße berührten nur knapp den Boden. Die beiden trugen ihn eher als das sie ihn stützten. Sie rannten zu Veronica und Kathy. Tom packte Kathys Hand, Alan schnappte sich Veronicas Hand. So konnten sie sich nicht verlieren. Sofort rannten sie los.

Hat noch jemand Probleme, sich das so rein logistisch vorzustellen? In einem Wald? Angeblich ganz ohne Fußwege und überall nuuuur Bäume? Hmmmm.

Sie rannten und rannten. Tom und Alan ächzten ganz schön unter Georges Last aber ein Stück weit würden sie ihn noch tragen können. Was ist der auch so fett? Kathy und Veronica hatten schon vor langem ihre Stöckelschuhe ausgezogen, mit denen wären sie ohnehin nur hingefallen. Das ist das intelligenteste, das sie seit Seite 1 bisher getan haben. Spoiler: Klüger wird’s auch nicht mehr.

Schließlich glaubten sie etwa einen Kilometer weit gelaufen zu sein und sahen sich nach Beatrice und den anderen um. Weit und Breit war Niemand zu sehen. Der Schein der Taschenlampe reichte leider nicht sehr weit und so riefen sie nach den anderen. Bald war die Luft von „Beatrice!“ Rufen erfüllt. Doch es kam keine Antwort. Vielleicht waren sie noch nicht weit genug gelaufen.

Einfach nur HÄ.

Alan und Tom sahen sich an. „Weiter!“ rief Alan. So rannten sie also weiter. Langsam waren sie alle ziemlich erschöpft.

Tom hatte die Taschenlampe mittlerweile wieder ausgeschaltet, sie mussten Batterien sparen. So rannten sie jetzt also im Dunkeln durch die Gegend. Georges Schulter schmerzte noch immer arg, aber seine gebrochene Rippe war wesentlich schlimmer. Deshalb konnte er auch selbst nicht rennen.

Lieber noch mal schnell erklären, falls jemand meiner bestechlichen Logik nicht folgen kann.

„Autsch!“ hörten sie plötzlich. Tom war auf etwas Weiches getreten. Die fünf blieben stehen. Tom war auf einen Fuß getreten, Beatrices Fuß?!?

Oder ist das in Wahrheit etwa ein schlimmer Horrorwald, in dem überall Füße herumliegen? Bleiben Sie dran!

Schnell schaltete Tom die Taschenlampe wieder an. Er leuchtete in Beatrices Gesicht. „Na endlich! Mach das Ding aus oder willst du das ich blind werde?“ sagte diese säuerlich „Wir dachten schon ihr findet uns nie!“ murmelte sie. „Alle durchgezählt?“ fragte Alan erschöpft. „Ja!“ sagte Beatrice. „Bei euch auch alle da?“ Tom sah sich um. „Ja!“ sagte er dann. George meldete sich zu Wort. „Wir sollten schauen das wir uns schleunigst  irgendwo unterstellen! Das Gewitter ist ja nicht gerade harmlos und ausserdem bin ich nass bis auf die Unterhose!“

Die anderen nickten. So machten sie sich auf den weg irgendeinen Unterstand zu finden. 30 Minuten vergingen, noch immer liefen sie orientierungslos durch den Wald. „Da drüben!“ rief Kathy plötzlich und durchbrach die Stille. Alle Blicke wandten sich nach rechts, dort herüber wo Kathy hindeutete. Sie erblickten einen riesigen Felsvorsprung, in dem sich eine große Öffnung befand.

„Scheint eine Art Höhle zu sein! Es sei denn ich habe Halluzinationen.“ meinte Alan. „Kathy, stütz George mal eben, ich gehe nachsehen!“ sagte er dann und ging herüber zum Felsen.

Vorsichtig leuchtete er mit einer Taschenlampe hinein. Tatsächlich befand sich hier, mitten im Wald in diesem Felsen eine Höhle, sie war recht breit, es würden locker 40 Personen hinein passen. Alan viel ein Stein vom Herzen. Er winkte die anderen herüber und betrat die Höhle.

Die anderen kamen herüber gelaufen. Ein lautes raunen ging durch die Menge. Kathy trug die Plastiktüte mit den geretteten Sachen aus dem Flugzeug. Langsam schlüpften sie alle in die Höhle hinein.

Tom und Kathy setzten George ab. „Das Stück musst du allein gehen Kumpel!“ sagte Alan. „Kein Problem!“ sagte George.

Bald hatten sie alle einen Platz gefunden und ließen sich in kleinen Grüppchen auf dem harten Steinboden nieder. George, Alan, Veronica, Tom und Kathy setzten sich eng zusammen. In der Höhle war es dunkel und kalt.

NA SO EIN ZUFALL. Eine Höhle. Mitten in einem Wald. Einfach so. Voll praktisch, dass die jemand da hingestellt hat.

„Wir müssen ein Feuer machen!“ sagte George.

Wenigstens Georges Steinzeit-Instinkte sind intakt. Obwohl…Rauchentwicklung in einer Höhle? NA EGAL.

„Stimmt!“ gab Alan ihm Recht. „Tom und ich werden uns mal nach Feuerholz umsehen! OK, Tom?“ fragte Alan. Tom nickte. „Hey, ich komme mit!“ sagte George und wollte aufstehen. Sanft aber bestimmt fasste Alan seinen Freund an der Schulter und hielt ihn zurück. „Du musst dich ausruhen George!“ sagte Alan ruhig. George sah Alan traurig an, er wusste dass Alan Recht hatte. Er viel den anderen nur zur Last.  „Ja, du hast ja Recht, ich bin euch sowieso nur noch ein Klotz am Bein!“ sagte er traurig. Georges Augen füllten sich mit Tränen. Er fühlte sich nutzlos, hatte furchtbare Schmerzen und sehnte sich nach Anny. Alan legte seinem Kumpel die Hand auf die Schulter. „Das stimmt nicht!“ sagte er dann, nickte Tom zu und die beiden verschwanden in der Dunkelheit des Waldes.

In der Dunkelheit, die in der Höhle herrschte, sah niemand Georges Tränen, doch trotzdem rutschte Kathy zu ihm herüber und nahm ihn in die Arme. Kathy und George waren nicht mehr verliebt, aber tief in ihren Herzen waren sie einander noch sehr verbunden. Schluchzend ließ George sich in Kathys Arme sinken. Kathy kannte George, er war am Ende, denn sonst war er nicht gerade eine Heulsuse, aber das hier war ganz einfach eine Extremsituation, der er nicht gewachsen war. George klammerte sich an Kathy und bemühte sich nicht vor Schmerzen los zu schreien. Irgendwo aus der Gegend seiner Rippe kam ein pochender, stechender Schmerz, der ihn halb wahnsinnig machte. Er musste gegen eine drohende Ohnmacht ankämpfen. Er zitterte, verlor die Kontrolle über seine Gliedmaßen. Er weinte nicht mehr aus Traurigkeit, sondern vor Schmerzen. Kathy hielt George ganz fest. Sie machte sich Sorgen um ihn. Was auch immer zwischen ihnen vorgefallen war, ein Teil ihres Herzens empfand noch immer etwas für ihn.

George ist so unfassbar weinerlich, für ihn wurde dieses Wort ursprünglich erfunden. Es ist für ihn einfach alles so dramatisch, da muss er direkt einfach mal Zucken. So ohne Zusammenhang. Aber Kathy to the rescue. Jetzt ist sie gut genug um ihn darüber hinweg zu trösten, dass sein einzig wahrer Alan einfach mit dem todesmutigen Tom losgezogen ist. Oder weint er etwa weil für das Feuer Holz sterben müssen wird? Man weiß es nicht. Ich habe übrigens noch Kotztüten für euch, wenn ihr welche braucht – und ich weiß, ihr würgt schon. 

 

TO BE CONTINUED (Ich weiß, ihr wollt es doch auch nicht :D)

Advertisements

Mein Guilty Read: Die Dirk – Pitt – Reihe von Clive Cussler

Clive Cussler Dirk Pitt

 

Als ich ungefähr 13 Jahre alt war, entdeckte ich zum ersten Mal trashige Abenteuerromane für mich. Ich weiß noch, dass ich mit meinen Eltern irgendwo an der deutschen Küste im Strandurlaub und mir der Lesestoff ausgegangen war. In einem dieser Promenaden-Buchladen gab es einen Taschenbuch-Ständer mit Büchern, die für mein Taschengeld günstig genug waren und eins von ihnen – mit einem dunkelblauen Meeres-Cover – erregte sofort meine Aufmerksamkeit. Es war „Akte Atlantis“ von Clive Cussler. Der Autorrenname sagte mir etwas und ich erinnerte mich, meinen zehn Jahre älteren Bruder öfter mit seinen Büchern gesehen zu haben. Ich hielt das erst mal für ein gutes Zeichen und kaufte das Buch. Die nächsten Tage verbrachte ich fast ausschließlich lesend im Strandkorb, auf dem Ferienwohnungs-Sofa und der Luftmatratze. Das Wasser interessierte mich herzlich wenig, denn ich hatte mein Buch, und damals bedeutete das für mich noch, dass mir sonst erst mal alles egal war.

Ich verliebte mich vermutlich schon auf Seite 30 in den Titelhelden der endlos viele Bände umspannenden Dirk Pitt Reihe und seine „stechenden Augen“ und seine lässige Coolness im Angesicht zahlreicher Gefahren. Dirk Pitt ist so eine Art Unterwasser-James Bond – er erinnert ein bisschen an die nicht ganz so gefühlskalte Daniel Craig Version -, der für die fiktive National Marine Underwater Agency (NUMA) arbeitet. Eigentlich ist es sein Job, seinen Kollegen – Meeresbiologen und Archäologen – beim Bergen versunkener Schätze vom Meeresgrund zu helfen. Leider hängt aber immer irgendein Superschurke über krudeste Verbindungen mit in der Sache und so muss Dirk Pitt ein ums andere Mal plötzlich die Welt retten. Zur Seite steht ihm dabei sein bester Freund Al Giordino, den er noch aus Navy-Zeiten kennt. Zusammen mit ihrem Chef, Admiral Sandecker, und Wissenschaftler-Kollege Rudi bilden sie das perfekte Weltretter-Trashteam. (Nachdem ich „Akte Atlantis“ ausgelesen hatte, habe ich Zuhause dann übrigens erst mal das Bücherregal meines Bruders geplündert und alle Clive Cussler Romane gelesen, die er hatte. Danach habe ich dann diverse Remittenden-Kisten und Büchereiregale nach ihnen durchwühlt.)

Die Romane von Clive Cussler beginnen immer mit einer Rückblende zu einem historischen Ereignis  wie etwa dem Untergang der Titanic, dem Abschuss eines Flugzeugs, dem Versinken einer Stadt oder dem Auflaufen eines Schiffes auf Packeis. In dieser Rückblende erfahren wir dann, was die NUMA im weiteren Verlauf wiederfinden und bergen will um meist im ersten oder zweiten Kapitel zu erfahren, warum genau das eine schwierige Angelegenheit werden könnte. Die Dirk Pitt Reihe besteht aus einem wilden Mix aus Abenteuerroman, historischen Fakten und Fiktionen, klassischen Buddy-Wortgefechten, halsbrecherischen Rettungsaktionen und lebt vor allem von ihren Figuren.

Dirk Pitt, der angeblich wenig attraktive (Cussler ist da in der Figurenbeschreibung aber sehr inkonsistent, manchmal wird er auch als eher attraktiv beschrieben) Frauenheld mit scheinbaren Problemlösungs-Superkräften und sein eher einfach gestrickter, überloyaler Kumpel Giordino riskieren immer wieder ihr Leben, retten sich gegenseitig und analysieren das Gefühlsleben des anderen gerne mal in Gefahrensituationen (manchmal so detailliert, dass man fast ein Ship draus machen könnte).  Dabei dienen ihre Dialoge entweder der Unterhaltung des Lesers oder dazu, zu unterstreichen, wie clever Pitt ist. In jedem Buch hat dieser eine neue weibliche Eroberung, mit der er mehr oder weniger gentlemen-like umgeht, und in jedem legt er sich mit amerikanischen Behörden genau so gerne an, wie mit seinem Vorgesetzten, dem alten Haudegen Sandecker. Die Plots sind einfach gestrickt, aber spannend und in den späteren Büchern der Reihe beginnt Cussler, das Geschehen auch aus der Perspektive seiner Schurken zu beleuchten, was besonders viel Spaß macht.

Die Romane sprühen vor lauter kalter Kriegs Rhetorik (die meisten stammen aus den Achtzigern) und merkwürdiger Adjektivketten, aber ich habe sie immer sehr geliebt und tue es heute noch. Meine Lieblingsbücher der Reihe sind bis heute „Akte Atlantis“ und „Die Ajima-Verschwörung“, die für mich noch den plausibelsten Plot und die besten Wendungen haben und vor allem enorm viel Spaß machen.

Cusslers Bücher sind wenig intellektuell und sie stecken voller Klischees, die besonders meine innere Feministin ein ums andere Mal zum Schreien bringen müssten, aber sie sind auch der perfekte Weg, den Alltag gänzlich auszublenden und in aufregende Abenteuer abzutauchen, bei denen man sich aber nicht davor fürchten muss, dass sie ohne Happy End bleiben könnten. Bis heute sitze ich trotzdem jedes Mal fingernägelkauend über den Seiten, wenn Dirks Pläne wieder einmal schiefgehen und er kurz vorm Verbluten doch noch einen Weg aus allen Situationen findet. Ich freue mich jedes Mal über Giordinos dämliche Sprüche und den väterlichen Groll von Admiral Sandecker, wenn seine Jungs wieder einmal eine Schneise der Verwüstung hinter sich herziehen. Ich liebe, wie Rudi häufig der einzige mit Verstand ist und über alles skeptisch die Brauen hebt. Ich liebe, wie Dirk im Laufe der Reihe weicher, lustiger und klüger wird. Mir gefällt, wie Gewalt ein Teil des Plots, aber nicht sein Fokus ist.

Ich weiß, dass diese Bücher objektiv betrachtet wenn nicht schlecht doch zumindest nicht besonders gut sind – aber ich liebe sie trotzdem, denn sie machen mich zufrieden. Diese Romane haben mir ein ums andere Mal geholfen, in ferne Länder und fremde Leben zu flüchten, wenn mein eigenes schwierig wurde. Noch heute sind sie für mich wie ein litearisches Nachhausekommen. Und wenn Bücher so glücklich machen, weiß ich nicht, wie das schlecht sein sollte.

Mein guilty read hat mein Leben bereichert. Also kann er so guilty gar nicht sein.

 

Wenn ihr jetzt irsinnigerweise Lust auf die Bücher bekommen habt, haltet euch zuerst am besten an die o.g. Titel und an „Eisberg“ und „Operation Sahara“. Letzterer wurde auch in Form eines solide-trashigen Abenteuerfilms mit Matthew McConaughey (als der noch meilenweit von einer Oscarnominierung entfernt gecastet wurde) verfilmt, der sich zwar relativ weit vom Buch entfernt und vom Buchautor Cussler auch mit reichlich Kritik bedacht wurde, aber trotzdem wirklich sehr, sehr viel Spaß macht. Ich kann den Film nicht umsonst rückwärts mitsprechen.

Guilty Reads Blogparade: Gastbeitrag von @Goldpiratin zu Erotikliteratur

Die liebe @Goldpiratin von Twitter hat für meine Guilty Reads Blogparade einen interessanten Beitrag über Erotikliteratur geschrieben, den ich heute als Gastbeitrag veröffentliche. Viel Spaß beim Lesen und vielen Dank noch mal, @Goldpiratin, für den spannenden Einblick!

Guilty Reads Blogparade: Erotikliteratur

Ich gebe es zu: Ich lese gern Erotikliteratur. Diesen Satz kann man in der Öffentlichkeit eigentlich kaum aussprechen, ohne direkt mit kritischem Blick beäugt oder gar belächelt zu werden. Für die meisten sind Bücher aus der erotischen Literatur eher als „Schund“ oder als „Schmuddelromane“ bekannt. So etwas kaufen doch nur verbitterte ältere Hausfrauen, die ein miserables Sexleben haben und mit ihrem Leben unzufrieden sind. Ich habe die Blogparade zum Anlass genommen, um aufzuzeigen, warum ich der Meinung bin, dass viel mehr Leute Erotikliteratur lesen sollten.

 

Von Voyeurismus und gutem Sex

Um erotische Literatur wirklich genießen zu können, muss man sich wie bei jedem anderen literarischen Genre darauf einlassen können. Ich kann keinen Fantasy-Roman lesen, wenn ich dauerhaft darüber nachdenke, dass Drachen ja völlig unlogisch seien. Genauso verhält es sich bei Erotik: Es handelt sich immer noch um Geschichten. Ich stelle mir gern die Autoren und deren Gedanken vor, während sie die Zeilen geschrieben haben, die ich lese. Was inspirierte sie dazu, die Charaktere des Buches in meinen Händen so zum Leben zu erwecken, wie sie sind? Warum sind sie ausgerechnet so und nicht anders? Wie viel von dem Geschriebenen beruht wohl auf wahren Begebenheiten, die leicht verändert in die Geschichte einfließen?

Erotikliteratur ist immer auch ein kleines bisschen mit Voyeurismus verbunden. Während ich lese, bildet sich in meinem Kopf eine Art Kulisse. Die „Schauspieler“ betreten die Bühne in meinem Kopf und ich lese. Ich lese, wie sie sich kennenlernen. Ich lese, wie sie ihre Körper erkunden. Dabei komme ich mir vor, als wäre ich ein Zuschauer der Szenerie. Ganz im Gegensatz zu einem Porno strebt Erotikliteratur jedoch nicht zwingend nach Befriedigung. Für mich bedeutet sie genauso seelischen Eskapismus wie eine gute Serie oder ein Computerspiel. Darüber hinaus bietet mir erotische Literatur etwas, das mir kein Porno bieten kann: Künstlerische Inspiration, Fantasie und vor allem Einblick. Klar kann mich auch ein Porno inspirieren, was ich gern wann und wie ausprobieren möchte, aber für mich bedeutet Fantasie, dass es nur in meinem Kopf stattfindet. Jeder sieht bei einem Porno das Gleiche, bei einem Buch hat jeder seine eigenen Bilder im Kopf. Besonders auffällig wird dieser Fakt, wenn Bücher verfilmt werden. Wer ist da schon zufrieden mit der Auswahl der Schauspieler, sahen sie doch in seinem Kopf noch ganz anders aus?

Meiner Ansicht nach kann man von erotischer Literatur lernen. Man nehme zum Beispiel ein Buch, das von einer Frau geschrieben wurde. Die Frau beschreibt im Verlauf des Buches haarklein, wie ihr Date sie wo berührt – und wie es sich für sie anfühlt. Welche Berührung welche Gedanken in ihr auslöst. Diese intimsten Gedankengänge beruhen nahezu immer auf persönlichen Erfahrungen der Autoren. Solche Einblicke kann kein Porno bieten. Wenn nun ein Mann das Buch aus unserem Beispiel liest, erhält er vielleicht Einblicke in die Gedanken einer Frau, die er sonst nicht bekäme. Natürlich tickt jeder Mensch anders, aber das kann trotzdem inspirierend sein. Vielleicht schaut man(n) dann beim nächsten Sex genauer, wie der Körper der Frau auf seine Berührungen antwortet – und Aufmerksamkeit ist der Schlüssel zu gutem Sex.

Fazit

Ich sage nicht, dass einen Erotikliteratur zum Sex-Guru macht, das ist auch gar nicht die Absicht ebendieser. Es geht aber vor allem darum, bekannte und gern durchlebte Situationen im Kopf erneut zu durchleben, um dem Alltag zu entfliehen. Eskapismus eben, Urlaub für die Seele. Darüber hinaus ergibt sich aber wie gesagt die Möglichkeit, diese Situationen auch einmal aus anderen Blickwinkeln zu erleben und ich denke, das ist alles andere als abstoßend. Im Gegenteil, es fördert gar Empathie. Und vielleicht denkt ihr beim nächsten Buchkauf ja einmal mehr darüber nach, ob ihr dem „Schmuddelroman“ eine Chance geben möchtet.

Aufruf zur Guilty Reads Blogparade – VERLÄNGERT BIS 20. JUNI!

Ich habe mir neulich einen Ebook-Reader zugelegt, obwohl ich mir mal geschworen hatte, mir sowas niemals zuzulegen – aber das ist ein anderes Thema.
Nachdem ich ein paar Titel bewertet hatte, schlug der Kindle mir also Titel vor, die mir gefallen sollten. Und wie beinahe immer lag der Amazon Algorhitmus beinahe zu richtig.
Tatsächlich tauchten unter den Büchern, die der Reader mir vorschlug, einige meiner früheren Lieblingsromane von einem Autor auf, dessen Bücher ich als Teenager verschlungen habe.
Es handelt sich dabei um 80er-Jahre Abenteurromane von eher okayer literarischer Qualität, von denen ich seit Jahren keinen mehr gelesen habe, aber ich war sofort Feuer und Flamme und kaufte mir eins der vorgeschlagenen Bücher, das ich damals noch nicht gelesen hatte.

Und was soll ich sagen? Ich war wieder 14, fieberte mit und hatte einen Heidenspaß beim Lesen.
Obwohl der Roman alles andere als intellektuell ist und alles andere als politisch korrekt konnte ich ihn nicht beiseitelegen – genau wie früher.

Wir alle haben diese Bücher, die wir lesen, obwohl sie für andere vielleicht wie Schund daher kommen.
Ich bin zwar ein kleiner Buch-Snob, aber ich bin auch sehr, sehr anfällig für Guilty Pleasures und damit auch für Mainstream-Literatur und gelegentlich für Trash.
Obwohl ich wirklich gerne Klassiker und von der Kritik gelobte Bücher lese, für mich gibt es nur wenig No Go’s. Wenn es sich nicht um rassistische oder sexistische Kackscheiße handelt und ich Spaß beim Lesen habe – her damit!

Weil ich glaube, dass wir alle ein paar Bücher gelesen haben, bei denen Marcel Reich-Ranicki vermutlich Würgereitz verspürt hätte, und weil es manchmal einfach Spaß macht, sich zusammen am vermeintlichen „Schund“ zu erfreuen, möchte ich hiermit zur

GUILTY READS BLOGPARADE

aufrufen.

Berichtet davon, welche angeblich „schlechten“ literarischen Machwerke ihr früher gerne gelesen habt / heute gerne mögt und warum. Schreibt gerne auch darüber, warum angeblicher „Schund“ in euren Augen eigentlich ziemlich toll ist! Zeigt her eure guilty reads und ihre Helden! Teilt eure Liebe für verschlagene Piraten, abgedrehte Fantasywesen und glitzernde Vampire. Zeigt her die quietschbunten Cover und teilt, wie ihr zu eurem heißgeliebten Guilty Read gekommen seid und was er euch bedeutet.

Eingeladen ist absolut jeder, der Lust hat, mitzumachen!
Und das sind die Regeln:

1. Schreibt und veröffentlicht eure Beiträge bis zum [VERLÄNGERT!] 20.06. und verlinkt sie in einem Kommentar unter diesem Blogpost.
Wer keinen eigenen Blog hat, kann seinen Beitrag auch gerne auf anderen Wegen online veröffentlichen und hier verlinken. Ich kann ggf. auch Platz für Gastbeiträge auf diesem Blog einrichten, fragt mich einfach per Kommentar oder auf Twitter.

2. Spread the word! Damit möglichst viele Leute mitmachen, wäre es toll, wenn ihr diesen Post verlinken würdet. Denn je mehr Leute mitmachen, desto lustiger!
Bei Twitter könnt ihr dafür den Hashtag #guiltyreads nutzen =)

3. Am Ende der Blogparade fasse ich in einem Beitrag noch einmal alle Teilnahme-Blogposts zusammen und verlinke natürlich auch auf eure Beiträge!

 

Ich hoffe, es finden sich ein paar Leseratten, die Lust haben, mitzumachen, und freue mich, mit euch Geschichtenperlen abseits des Kritikerlobs zu entdecken!
Mein Beitrag zu meinen heißgeliebten Schund-Abenteuerromanen kommt natürlich auch noch =)

Whatever gets us through this night

movies-to-get-me-through-this-night

Die Welt ist zur Zeit nicht der Ort, den sich viele von uns wünschen. Vor einigen Jahren dachten wir noch, wir würden uns alle zusammen vorwärts bewegen, langsam in die Richtung eines stetigen Fortschritts, hin zu Gleichheit und Gerechtigkeit. Wir wussten immer, dass die Welt viele Probleme hat und es gab zu jeder Zeit genügend Rückschläge. Aber wer hätte noch vor fünf oder zehn Jahren gedacht, dass die Welt 2017 politisch so in Flammen stehen würde, dass das Beschneiden von Grundrechten plötzlich wieder in Mode kommen und rechts plötzlich nicht mehr verrufen sondern beliebt sein würde? Es sind dunkle Zeiten, in denen wir leben, aber wie schon der gute Dumbledore wusste, kann auch in der dunkelsten Zeit Licht gefunden werden.

Mich persönlich haben die Ereignisse der letzten Jahre ein wenig den Glauben in die Menschheit verlieren lassen. All das Morden und Sterben und Hassen war plötzlich überall so präsent und dann wird auch noch dieser knallorange, aggressive Mann vereidigt, der in einem seiner Wutanfälle die Welt in den Abgrund schubsen könnte, sogar ganz aus Versehen. Aber weil ich Optimist bin, glaube ich immer noch, dass alles wenn nicht gut doch wieder besser werden kann. Weil da draußen so viele großartige Menschen sind, die für ein besseres Morgen kämpfen. Der #WomensMarch gestern nicht nur in den USA, sondern auf der ganzen Welt hat mich tief berührt. So viele Frauen (und auch Männer) gingen auf die Straße, um für gleiche Rechte zu demonstrieren, ganz ohne Gewalt und in Solidarität zueinander – ohne dass ihre Hautfarbe, ihre Religion oder Nationalität eine Rolle gespielt hätte. Es sind diese inspirierenden Menschen, die mir Hoffnung geben, dass nicht alles verloren ist, dass auch der mächtigste Mann der Welt nicht kaputt machen kann, wofür so viele mutige Menschen jahrzehntelang gekämpft haben.

Wenn die vielen Plakate aber im Altpapier gelandet, die Berichterstattung wieder abgeflaut und die merkwürdigen Regierungsführer dieser Welt wieder in derselben Höchstform sind wie machtgierige Terroristen, erlischt die Flamme Hoffnung so schnell.
Manchmal schafft man es dann nicht, rechtem Gepöbel zu widersprechen, man ist zu müde, um den Silberstreif am Horizont zu sehen und der Weltschmerz lastet so schwer auf den Schultern, dass man nicht mehr aus dem Bett kommt. Für solche Zeiten aber hat die Welt seit Jahrtausenden eine Medizin zur Hand, die uns zumindest ein bisschen aufrichten kann: Das Geschichtenerzählen.

Movies that get me through this night

Wann immer ich im Leben den Glauben an die Zukunft verliere, sind Geschichten mein Anker. Ja, das ist Realitätsflucht, aber manchmal muss man fliehen, um den Kampf danach wieder aufnehmen zu können. Manchmal braucht man Zeit, um die Düsternis der Welt abzuschütteln und mir helfen gute Geschichten dabei. Ich habe mich also in den letzten Monaten wiederholt dabei erwischt, wie ich mich in Filme rette, die Geschichten erzählen, in denen Menschen durch Anstrengung die Welt ein bisschen besser machen – sei es nur ihre direkte Umgebung oder eine ganze Gesellschaft. Einige dieser Geschichten sind wahr, andere sind erfunden, aber eins haben sie gemeinsam – sie geben mir den Glauben an das Gute im Menschen zurück, wenn ich es verliere.

Für alle, denen es ebenso geht, die vielleicht eine kleine Rettungsboje brauchen, um im Meer des Hasses nicht unterzugehen, habe ich deshalb ein paar – unterschiedlich berühmte – Filmtipps, die eine kleine Flamme Hoffnung in die Düsternis brennen können.

Pride
Die britische Produktion erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einer Gruppe Homosexueller, die sich für LG-Rechte einsetzen und einem walisischen Bergabeiterdorf. Es ist eine wahre Geschichte, die beweist, dass Engagement immer einen Unterschied macht auch wenn es noch so klein beginnt. Eine Geschichte, die zeigt, dass Vorurteile überwunden und neue Solidaritäten entstehen können. Pride ist ein echtes Feelgood-Movie, das mit einem Strauss mutiger Charaktere aufwartet, die der Welt unbeirrt die Stirn bieten. Obendrein macht er wegen des guten Soundtracks und einer guten Portion Humor auch einfach sehr viel Spaß.

The Help
Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Kathryn Stockett (übrigens ein echter Lesetipp!) ist nicht unbedingt das, was man ein Feelgood-Movie nennen würde, gehört aber trotzdem oder gerade deswegen in diese Liste. In The Help geht es um das Leben von farbigen Hausmädchen in den amerikanischen Südstaaten der 1960er-Jahre und er geht dahin, wo es wehtut. Der Film erinnert schmerzhaft daran, wie wenig Zeit erst vergangen ist, seitdem people of colour dieselben Rechte zugestanden wurden wie weißen. Und obwohl dieser Film zuweilen grausam ist, ist er doch auch voller Wärme und Humor. Er erzählt von den engagierten Bemühungen einer jungen, privilegierten Frau, die Grausamkeiten aufzudecken, denen die Hausmädchen in ihrer Stadt ausgesetzt sind. Aus ihrem Versuch, ein Buch über das Leben der Frauen zu schreiben, entsteht eine Freundschaft und die junge Frau begreift, dass auch ihre Familie und Freunde sich der Unterdrückung schuldig gemacht haben. The Help ist kein kuschliger Film, aber er spendet Hoffnung und zeigt ähnlich wie Pride, dass wenige einen Unterschied für viele machen können.

Selma
Das Biopic über Martin Luther King beleuchtet die Geschehnisse um den gewaltlosen March durch Selma der Bürgerrechtsbewegung. Inspirierend.

The Butler
Wenn ich hier schon so viel von Bürgerrechten rede, darf der Film nicht in der Liste fehlen. Zwar handelt es sich hier um ein recht kitschiges Biopic über einen ehemaligen Butler aus dem weißen Haus, der sich aus der Hölle einer Baumwollplantage hochgearbeitet hat, aber Kitsch ist ja nicht immer schlecht. Man kann nicht viel über den Film sagen, ohne zu viel vorzugreifen, aber auch hier geht es um Veränderungen und Fortschritt und den Preis, den man dafür zahlen muss. Es ist trotz vieler trauriger Passagen ein Film, der auf einer hoffnungsvollen Note endet.

The imitation game
Der zweite Weltkrieg hätte wohl ganz anders ausgehen können, hätte es Alan Turing und sein Team nicht gegeben. Das außergewöhnliche Biopic erzählt nicht nur Alan Turings traurige Geschichte (und legt dort den Finger in die Wunde – wie konnte man dieses Genie nur so schlecht behandeln) sondern erinnert auch daran, dass Menschen unerwartet zu Helden werden können, auch, wenn sie sonst zu den ausgestoßenen zählen. Der Film ist weniger hoffnungsvoll als die anderes, schüttelt aber – zumindest bei mir – das Gerechtigkeitsbewusstsein wieder wach.

Die Frau in Gold
Die Enteignung vieler Juden im Holocaust ohne Wiedergutmachung nach dem Krieg ist ein nahezu totgeschwiegenes Kapitel der Geschichte. Noch heute haben tausende jüdische Familien ihr rechtmäßiges Eigentum nicht zurückerhalten, das stattdessen ohne ihre Zustimmung in Museen ausgestellt wird, als gehöre es dem Staat. Die Frau in Gold erzählt die Geschichte eines solchen Unrechtes und des Versuchs, wenigstens ein bisschen Gerechtigkeit herzustellen. Großes Kino, vor allem dank einer großartigen Helen Mirren. Wer sagt, ein einzelner könnte nicht gegen einen Staat ankommen? Der Film nach realen Geschehnissen beweist: Es ist möglich!

The danish girl
Das Leben zweier mutiger, außergewöhnlicher Frauen wird in diesem Film mit herausragender Sensibilität beleuchtet. Man kann nicht anders, als zu bewundern, wie sie einander gegen alle Widrigkeiten unterstützen und ihr Schicksal in die Hand nehmen. Traurig, aber wunderschön.

Forrest Gump
Ja, der Film ist kitschig und unrealistisch, aber auch nach dem gefühlt 300. Mal vermag diese Geschichte über den Underdog, der sein Glück findet, noch zu berühren.

Die Herzogin
Sich als Frau gegen einen Mann durchzusetzen ist für viele auch heute leider noch ein unmögliches Unterfangen. Im 18. Jahrhundert aber konnte selbst eine Herzogin sich eines grausamen Gattens kaum erwehren. Umso außergewöhnlicher ist dieser Film, der die Geschichte von Georgina, der Duchess of Devonshire erzählt, die sich nach zahlreichen Demütigungen ihrem furchtbaren Mann entgegenstellt und für ihre Rechte Kopf und Kragen riskiert. Düsterer Film über eine große Frau mit Kampfgeist.

As good as it gets
Die Geschichte über den unfreundlichen Zwangsneurotiker Melvin, der für niemanden auf der Welt Zuneigung empfindet und sich dann durch Liebe und Freundschaft doch endlich der Welt öffnet, erinnert mich immer daran, dass Menschen sich ändern können. Kitschig, aber schön. Und vor allen Dingen großartig besetzt!

Die Harry Potter Filme
Freundschaft, Dumbledores Army,Weibliche Figuren mit Hirn, Liebe besiegt Hass. Do I have to say more?

Silver Linings
Dieser Film über zwei Außenseiter, die einander zurück ins Leben helfen, gibt einem das Gefühl, dass jeder von uns eine Chance hat, sein Leben zu verbessern. Unrealistisch, ja, aber ein ungewöhnlich vielschichtiges Feelgood-Movie.

Marvel-Superheldenfilme
Gut gewinnt gegen böse, es wird viel gelacht und die Besetzung ist illuster. Das hier ist zwar Realitätsflucht par excellence, aber manchmal kann es helfen, sich kurz in Schwarz/Weiß-Logik fallen zu lassen.

 

Ich könnte jetzt noch ewig so weiter machen, aber für heute belasse ich es dabei.
Wenn euch einer der Filme anspricht wünsche ich euch viel Spaß beim gucken und bin gespannt, ob sie euch vielleicht auch ein bisschen dabei helfen, das Licht am Ende des Tunnels zu sehen.
Welche Filme helfen euch, durch Zeiten wie diese zu kommen? Habt ihr bestimmte Feelgood-Movies?

Adventskalender of shit – Des Grauens Teil 3 // FROHE WEIHNACHTEN

Asche auf mein Haupt. Ich weiß, ich wollte jeden Adventssonntag einen Teil dieser Horrorvision posten, aber ich war krank und hab’s dann leider einfach nicht früher geschafft. Als kleines Weihnachtsgeschenk – denn Lachen verbrennt bestimmt viele Kalorien vom Weihnachtsessen wieder – kommt hier aber noch ein vorerst letzter Teil voller Schwachsinn und Plotholes. Habt viel Spaß beim Lesen 😉

Es schien eine Ewigkeit vergangen zu sein seitdem sie in das Sturmtief hineingeflogen waren, doch es waren gerade einmal 25 Minuten.
Und in diesen 25 Minuten hatten wir mindestens drölf menschliche Dramen, drei Verletzte, einen Schulhofflirt und eine heroische Rettungsaktion. Hier bekommt man noch was für sein Geld!
Und sie kamen kaum voran, da sie nicht mit, sondern gegen den Wind anflogen.
Und dann zog auch noch ein gewaltiger Sharknado auf.
Das Unwetter ließ nicht ein bisschen nach und George war ziemlich erschöpft. Er konnte die Maschine nicht mehr lange gerade halten und merkte dass seine Schulter ihm ganz schön zusetzte. Deshalb fasste er einen Entschluss, er machte das nicht gerne doch es ging nicht anders.
Er beschloss, sich zur Ruhe zu setzen und nur noch Sprüchekalender zu schreiben. Es war seine Bestimmung. Ende. (Leider nicht)
„Alan“ sagte er daher. „Alan, du musst übernehmen, ich brauche eine Pause, ich kann das Flugzeug nicht mehr gerade halten.“
George findet Alans Namen so geil, er MUSS ihn immer 2 mal sagen.
„Aber George…“ sagte Alan besorgt. „Es ist meine Schulter, keine Sorge wenn was schief läuft helfe ich dir! Ich übernehm´ solange das Radar!“ presste er zwischen seinen zusammengebissenen Zähnen hervor. Alan sah George an und wusste dass er Recht hatte, George ging es wirklich nicht besonders, es war  besser wenn George mal Pause machte. „In Ordnung“ sagte er daher und blitzschnell tauschten sie die Plätze.

George fühlte sich gleich viel besser als er das Höhenruder nicht mehr fest umklammert halten musste und trotzdem wusste er dass er sich auch jetzt keinesfalls entspannen konnte. Seine Augen huschten über die Kontrollanzeigen und das Radar. Jetzt war ER der Copilot.
Hammerharte action. CAPSLOCK!

 

Alan schaffte es tatsächlich, dieses mal die Maschine gerade zu halten und alles schien bestens, sie würden dieses Unwetter wohl ohne größere Schäden überwinden können.
Ein slow-clap für Mr. Miller bitte, meine Damen & Herren, ein slow-clap bitte!

Mittlerweile hatte George das Ende des Unwetters auf dem Radarschirm erkennen können. „Noch etwa 50 km Luftlinie, dann haben wir es geschafft!“ Stöhnte er.
Logik befand sich in meinem Gehirn damals noch hinter der Kiste mit den Werbejingles unter dem Wissen über das Flechten von ScoobyDoo-Bändern. Es war eine sehr verstaubte, sehr leere Kiste.

 

Inzwischen bei den Stewardessen (und nicht zu vergessen dem Steward).
Wir wollen hier ja niemanden diskriminieren.

Tom hatte seinen (gesunden) Arm schützend um Kathy gelegt, die inzwischen wieder bei Bewusstsein war. Sie war vor etwa 5  Minuten aufgewacht und musste sich erst einmal übergeben.

Sehr wahrscheinlich hatte sie eine Gehirnerschütterung.
Captain Obvious, übernehmen Sie!

Als sie aufwachte wusste sie erst nicht wo sie überhaupt war. „Was…wo bin ich?“ flüsterte sie daher, nachdem sie erwacht war.
In der Flugzeugversion von GZSZ. Nur schlimmer.
Die Stewardessen und Tom seufzten beruhigt auf. „Du bist im Flugzeug, du warst auf der Toilette und kamst nicht heraus. Erinnerst du dich?“ sagte Tom ruhig.

„Ja, ja ich, ich erinnere mich! Danach weiß ich nichts mehr! Wie bin ich da heraus gekommen?“ fragte Kathy ein wenig verwirrt.
Sie sprechen alle so äußerst natürlich. Total aus dem Leben gegriffen.

„George hat dich da herausgeholt. Er hat die Tür aufgebrochen und dich rausgetragen! Wir dachten schon du wärst … tot! Dann hat George dich in die stabile gebracht und dich verarztet! Er hat dich gerettet!“ erklärte Veronica.
Dass George noch nicht bei den Avenger ist, ist auch alles. Wo er doch so mutig und ausgesprochen kompetent ist.

„George!“ hauchte Kathy. „Ja, George! Er hatte wirklich Angst um dich! Er hat sogar ge…!“ sagte Veronica ehrfürchtig. Doch Tom viel ihr ins Wort, er glaubte nicht das Mc.Juices wollte das Veronica  weiter erzählte das er geheult hatte und hatte recht damit.
Flugzeug-Bro-Code, Kapitel 16: Wenn ein Held beim Retten einer Chica heult, hat sein Steward-Bro darüber das Maul zu halten. Weil.
„Er hat dich jedenfalls da raus geholt!“ sagte Tom hektisch. „Er hat was?!“ Wandte Kathy sich neugierig an Veronica. Veronica die den Wink verstanden hatte antwortete: „Er hat sich an der Schulter verletzt!“ DAS hätte sie besser nicht gesagt. „Oh Gott!“ stieß Kathy aus. „Wie geht es ihm? Ist es schlimm? Wo ist er?“ fragte sie besorgt.

Overly-attached-nicht-mal-girlfriend Kathy is on fire!

„Es… es geht ihm ganz gut! Es ist nur eine Wunde, er kann weiterfliegen!“ sagte Veronica beruhigend. Sie verschwieg Kathy lieber das George sich vermutlich einen Metallsplitter eingefangen hatte, auch George selbst hatte sie nichts davon gesagt, das hätte nur unnötig Panik verbreitet, hier im Flugzeug konnte man daran eh nichts ändern.
Klingt in etwa so dramatisch, wie wenn ein Kind sich auf dem Spielplatz einen Holzsplitter an der Schaukel eingefangen hat.

„Jedenfalls soll ich auf dich aufpassen!“ sagte Tom. Plötzlich veränderte sich Kathys Miene, sie begann zu weinen. „Oh Tom! Ich hatte eine solche Angst als ich da eingeschlossen war! Ich dachte ich komme da nie mehr raus!“ schluchzte sie. Tom legte einen Arm um sie und versuchte sie zu beruhigen. „Ruhig Kathy! Alles wird gut!“ flüsterte er ihr ins Ohr.
Dann verwandelte Tom sich in ein Einhorn und trug Kathy zum Candy Mountain.

 

Tom war 30 Jahre Alt und seit 4 Jahren als Steward tätig. Er war groß und schlank, hatte wunderschöne grün – blaue Augen und kurze mit Gel in Form gebrachte schwarze Haare. Er war unglaublich mutig und clever. Außerdem hatte er einen sehr trockenen Humor. Er war ein richtiger englischer Gentleman.
Wenn ihr mich sucht, ich verstecke mich kurz vor Scham da hinten in der Ecke hinter dem Bücherregal und haue ein bisschen den Kopf dagegen.

 

Kathy lehnte sich an Toms (unverletzte) Schulter und schluchzte leise vor sich hin. Tom strich ihr über die Haare und schaute ihr in die Augen. Kathy erwiderte seinen sanften Blick.

WHOOOOOOOOOOOOOOOOM
GERÄUSCHE NUR IN CAPSLOCK!

Es gab einen lauten Knall.

„Was war das?“ brüllte Kathy durch den Lärm hindurch.

 

„Was war das?“ fragten sich auch Alan und George.
Vielleicht euer implodierendes Resthirn.

George schaute auf die Anzeigen und bemerkte wie sie immer mehr an Höhe verloren, seine Augen huschten über die unzähligen Kontrolllämpchen und plötzlich stockte er. Er wurde kreidebleich.
Oopsie.

„Was ist?“ fragte Alan.

„Das war das zweite Triebwerk!“ brachte George hervor.

Im ganzen Flugzeug herrschte Stille. Die beiden Piloten waren vollkommen benommen, alles war ruhig, nur das letzte Triebwerk und die Motoren waren zu hören.

George fasste sich wieder. „Wir verlieren an Höhe!“ brüllte er durch den immer lauter werdenden Motorenlärm.

„Scheiße! Wir werden abstürzen! Scheiße!“ brüllte Alan verzweifelt.

„Nein!“ schrie George. „Das darf nicht sein! Wir … wir müssen notlanden!“ schrie er.

Das Flugzeug ließ sich nicht mehr gerade halten, das letzte Triebwerk konnte dem Sturm alleine nicht mehr trotzen.

„Und wo und wie sollen wir das machen?“ fragte Alan verzweifelt.

George starrte auf das Radar. Er konnte nicht glauben was er sah. „Da kommt was direkt auf uns zu!“ schrie er panisch. „Du musst ausweichen!“ herrschte er Alan an.

Sie verloren noch immer an Höhe.

Alan versuchte ihren Kurs zu verändern doch er schaffte es nicht, das Flugzeug geriet außer Kontrolle. George schnappte sich das Funkgerät. „Mayday!“ brüllte er. „Mayday!“

Alan und George sahen sich an. „Ich will nicht sterben!“ brüllte Alan. „Ich auch nicht!“ schrie George verzweifelt.
Gegen die beiden war Kate Winslet in Titanic ja geradezu tiefenentspannt.

 

Die Passagiere brüllten wie am Spieß. Einige Sauerstoffmasken vielen von der Decke, da die Technik des Flugzeugs völlig verrückt spielte.

Trotzdem nahmen alle geistesgegenwärtig die Sicherheit – Sitzposition ein.

 

Kathy klammerte sich panisch an Tom. Veronica kreischte. Alle Stewardessen brachen in Panik aus.

Nur Tom behielt einen Kühlen Kopf, schaffte Kathy und sich irgendwie auf einen Sitz, schnallte sie beide an und brachte alle dazu ebenfalls in die Sicherheit – Sitzposition zu gehen.
Vielleicht ist auch Tom Ken und nicht Alan.

 

Das einzig gute daran dass die Maschine immer weiter absackte, war, das sie nun nicht mehr mit dem entgegenkommenden Flugzeug zusammenstoßen konnte. In diesem befanden sich ebenfalls 2 etwas fassungslose Piloten die beide sehr erschraken als sie sahen dass die Maschine vor ihnen abzustürzen drohte.
Weil alle Flugzeuge immer auf der selben Höhe aneinander vorbei cruisen im Jahr 20dingens.
So tat der Pilot das einzig richtige, er schnappte sich das Funkgerät: „Tower, hier Flug 828 Bern – London, befinden uns noch immer in Sturmtief Mary!“ (Das Grauen hatte also einen Namen: Mary)
AHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA
„Die uns entgegenkommende Maschine, Flugnummer unbekannt, droht abzustürzen, wiederhole, sie droht abzustürzen, befinden uns 20 grad nördlich der Alpen. Bitten um Rückmeldung. Over.“

Die Rückmeldung folgte sofort. „Hier Tower für Flug 828, werden umgehend Rettungsmannschaften aussenden! Over.

 

George und Alan hatte die Angst förmlich gelähmt. Ja, sie hatten Angst gehabt, aber DAS überstieg ihre Vorstellungskraft.
Vermutlich übersteigt selbst ein schlechter Tatort deren Vorstellungskraft.

Der erste der wieder zu sich kam war George. „Einen klaren Kopf bewahren! Ruhig! Denken, denken!“ dachte er.
Dabei stieß er sich wie Winnie Pooh mit seiner gelben Tatze gegen den Kopf.

„Alan!“ rief er wieder etwas gefasster. Doch der reagierte nicht. George gab Alan kurz entschlossen einfach eine Ohrfeige.
Das wollten wir alle schon lange machen, oder?

„Au!“ rief der und kam wieder etwas zu sich.

„Was willst du? Lass mich in ruhe sterben!“ brüllte er wütend.
Seems legit.

„Halt die Klappe und hör zu!“ rief George. Er wusste, dass er Alan nur so etwas von seiner Verzweiflung ablenken konnte.

Die Maschine sauste weiter auf den Boden zu.

Alan blickte George mit einer Mischung von Neugierde, Wut, Panik und Verzweiflung an. George würde diesen Blick nie vergessen.
And the shiiiiip keeps on sailing.

„Pass auf“ brüllte er über den Lärm hinweg, „Wir müssen in den hinteren Teil des Flugzeugs! Wir kippen immer weiter nach vorne und werden vermutlich mit der Spitze auf dem Boden aufkommen! Hier können wir nichts ausrichten! Wir müssen zu den Anderen, und dann immer zusammen bleiben! Nur so haben wir eine Chance! Schnapp dir deine Jacke und den Taschenkompass und renn so schnell du kannst!“

Ok, ganz ehrlich? Mehr als „HÄ?!?“ fällt selbst mir jetzt nicht dazu ein.

Alan starrte George verständnislos an.

„Verstanden?!?“ brüllte George. „Ja!“ antwortete Alan knapp.

„Gut, also auf drei!“ rief George wieder. „Eins…zwei…DREI!“

Alan schnappte sich den Kompass und seine Jacke und beide Piloten rannten los.
Einfach weil.

Doch die beiden kamen kaum voran. Sie hangelten schließlich an den an der Decke angebrachten Haken entlang, was sich auch äußerst schwierig gestaltete, da diese Haken eigentlich nicht dazu gedacht waren, zwei erwachsene Männer auszuhalten.
Ich wäre ja schon froh, wenn man mal erführe, WOZU ZUM FICK diese Haken denn eigentlich gedacht sein sollen. Als Gardinenaufhängung? Für Weihnachtsdeko? Für Indiana-Jones-Momente? Oder etwa als convenient plot device?

Vor allem für den vollkommen erschöpften George war es schwierig sich an den wackelnden Haken festzuhalten.

Die beiden wurden gegen die Wände gepeitscht und kamen kaum voran.

„Aaaaaaaaaaah!“ drang es plötzlich an Alans Ohr. Er drehte sich erschrocken um und sah … George, der sich krümmend auf dem Boden lag. Er war mit der verletzten Schulter so heftig gegen die Wand geschlagen, das er sich nicht mehr halten konnte. „George!“ brüllte Alan besorgt. Er ließ sich vom Haken fallen und rannte zu George.
George ist also nicht nur kein Avenger, sondern auch für Jump’n’Run action nicht zu haben.

Verzweifelt versuchte er George aufzuhelfen. „Lass mich!“ brüllte George unter Schmerzen. „Renn! Du kannst es noch schaffen, du musst mich zurücklassen!“ Alan rührte sich nicht. „Na los!“ brüllte George. Das Flugzeug neigte sich weiter nach vorne, wenn sie sich nicht beeilten hatten sie bald keine Chance mehr in den hinteren Teil zu gelangen. „Nein!“ Schrie Alan. „Wir sind hier nicht in einem schlechten Film!“
Ne, is zum Glück nur ein schlechter Roman.
sagte er und schaute George besorgt an. „HILFE!“ brüllte er. „HILFE VERDAMMT NOCH MAL!“
Warum sagt eigentlich nie jemand „ok, bis dann“, wenn jemand zurückgelassen werden möchte?

 

„Was war das?“ fragte Tom der Alans Schreie gehört hatte. „Veronica!“ sagte er dann, „Veronica, komm mit, ich glaube unsere Piloten brauchen Hilfe. Beatrice, passen sie auf Kathy auf!“ sagte er geistesgegenwärtig und erhob sich.

Veronica verstand sofort und beide stürmten los.
Die „Namen immer 2 mal sagen“ Zwangsneurose scheint schwer ansteckend zu sein und zieht ihre Kreise.

 

Inzwischen verlor Alan langsam die Hoffnung. „Es ist aus!“ dachte er, aber er würde George, seinen besten Freund, nicht zurück lassen. Wenn es sein musste würde er eben mit ihm in diesem verdammten Flugzeug sterben. Aber er würde ihn nicht im Stich lassen.
Pathoslevel over 9.000.

Doch plötzlich standen Tom und Veronica schwer atmend vor ihm. Sie hatten es geschafft sich zu den beiden Piloten durchzuschlagen.

Ein kurzes hoffnungsvolles Lächeln huschte über Alans Gesicht.

Tom war zwar wegen seiner Schulter stark angeschlagen, aber er riss sich zusammen. Zusammen schafften sie es den vor schmerzen schreienden George hoch zu hieven und zu den anderen zu gelangen.

Erschöpft setzten sie George neben Kathy, Tom setzte sich dazu und schnallte sie alle wieder fest. Alan und Veronica fanden ebenfalls Platz.

Kathy drehte sich um und sah den sich vor Schmerzen windenden George. „George!“ rief sie geschockt von diesem Anblick.
Einfach nur WTF?!?

Dann gab es einen Lauten Knall. Alle wurden nach vorne gewirbelt und nur knapp vom Gurt abgefangen.

Das Flugzeug war abgestürzt.
Say what?

 

  1. Oktober 23:45 Uhr London Heathrow Tower/Zentrale

Alle Angestellten die verfügbar waren, saßen nun vor den Computern  und versuchten fieberhaft die Maschine mit der Flugnummer 917 zu orten, niemand wollte so recht glauben dass sie abgestürzt sein sollte.

Stevan Collins hielt einen Becher unberührten kalten Kaffee in der Hand. Er stand hinter Andy Mountain, der das Radar krampfhaft nach der Maschine absuchte.

15 Minuten vergingen.

Es war Mitternacht.

„Nichts!“ sagte Mountain schließlich. „Sie sind wirklich abgestürzt!“
Nä? Echt jetzt?

Collins entglitt sein Kaffeebecher. Mit einem lauten Scheppern fiel er zu Boden. Niemand beachtete die große Kaffeepfütze am Boden.
Stilistisch bester Satz im ganzen Machwerk. Traurig.

Fassungslos starrte Collins Mountain an. „Das“ begann er „kann nicht sein! George Mc.Juices und Alan Miller sind verdammt noch mal die besten Piloten die ich je gesehen habe! Sie können nicht abgestürzt sein!“
ROFLCOPTER INCOMING

„Es ist wahr Sir!“ sagte Mountain bedrückt und schob seine Brille zurecht.

„Scheiße!“ murmelte Collins. „Was nun?“ fragte er Mountain.

„Nun“ begann Mountain „Müssen wir einen Suchtrupp zum finden des Wracks aussenden.“

„Aber sie können doch überlebt haben! Oder?“ fragte Collins unsicher.

„Nein Sir!“ sagte Mountain und senkte den Kopf.
Na er hat Bock.

„Ich glaube ihnen nicht! Sie werden jetzt das beste Rettungsteam das wir haben losschicken und wir werden nicht eher aufgeben bis wir wissen, dass keine Hoffnung besteht dass auch nur einer von ihnen noch lebt!“ herrschte Collins seinen Mitarbeiter an.
That’s the spirit!

 

Das war’s vorerst. Spoileralert: Es ist natürlich niemand gestorben. Ich war mit 14 komisch, aber nicht morbide.
Ich hoffe ihr hattet ein bisschen Spaß und wünsche euch allen, egal woher und egal an was ihr glaubt wunderschöne Weihnachten, oder, wenn ihr nicht feiert, einfach schöne freie Tage. Allen, die arbeiten müssen, wünsche ich, dass es ruhig und entspannt zugeht und uns allen ein bisschen Frieden an Weihnachten.
Kommt gut durch die Feiertage ❤

Eure Writressbyheart.

Der #SchleRaz Adventskalender of shit – Teil II

Hallo zusammen,

wie versprochen komme ich nach dem zweiten Advent mit einem zweiten Teil des „Adventskalender of shit“ zum schlechtesten Roman aller Zeiten (verfasst von meiner 14-jährigen Version). Was das ist? Hier entlang bitte.

Ich wünsche euch viel Spaß und gute Nerven für den zweiten Teil meines furchtbaren Machwerk epischer Beklopptheit.

 

  1. Oktober 2058 22:50 Uhr London

Anny Farmers saß auf der Gartenbank und schlürfte einen heißen Kräutertee.
Living the dream! Sie schaute in den klaren Herbsthimmel und dachte an ihren George IHREN George. Denn der ist nicht etwa ein eigenständiges Individuum. NEIN! Anny Farmerkartoffel hat ihren Namen unter seinen Fuß geschrieben. Auf ewig. der jetzt dort oben mit seinem Flugzeug Plottwist: George gehört der ganze Bums, oder wie? unterwegs war. Sie liebte ihn sehr und war im 6. Monat schwanger von ihm *läutet die Klischeeglocke*. Sie hatte lange blonde Haare und funkelnde, tiefblaue Augen Sie ist Barbie. Pregnant Barbie, war 37; 5 Jahre älter als ihr George Ist das jetzt schon ToyBoy?

Anny verspürte Dat wording though eine leichte Briese Eine Briese muss wie eine Brise sein, nur britischer. Oder so. (das war alles, was in London von diesem Sturm zu spüren war) , lugte warum nicht gleich „lünkerte“ noch einmal in den Nachthimmel, lächelte milde, stand auf, nahm ihren Tee und verschwand ins Haus. Spannend. Echt. Ich kau gleich Fingernägel, weil Anny so scheiß interessante Sachen macht, die auch gar nicht nach besessener Overly attached Omi klingen.

 

Zurück bei den Piloten, selbe Zeit.
Geht einfach weg.

George fand die ganze Situation mittlerweile äußerst Besorgnis erregend.
Er war so besorgt, das Wort besorgniserregend zersplitterte in seinem klopfenden Herzen in zwei verzweifelte einsame Teile.

Mit einem Triebwerk weniger wurde es noch schwieriger dem Sturm zu trotzen.
Ich bin nicht captain obvious, ich bin commander obvious.
Aber sie mussten es versuchen, was blieb ihnen auch anderes übrig? Weiß nicht…In der Pilotenausbildung besser aufpassen wäre vielleicht ne Maßnahme gewesen, oder? Es war viel zu spät um den Kurs zu ändern und auch eine Notlandung war längst nicht mehr möglich. Einfach WEIL.

Also hieß es: Ruhe bewahren. Hat ja bei den beiden bisher auch so gut geklappt. 

Doch das war auch für einen erfahrenen Piloten wie George eine wahre Herausforderung. Er wirkt auch insgesamt sehr erfahren und abgeklärt. Quasi wie der Gandhi der Lüfte. Für Alan allerdings war es der blanke Horror, er war erst seit 5 Jahren Pilot und noch nicht so abgebrüht wie George. Nennen wir das Kind beim Namen: Für Alan wurde der Begriff mimimi erfunden. Er rechnete fest damit das jeder Augenschlag sein letzter sein könnte Auch das Wort „melodramatisch“ wäre ohne diesen Mann nur halb so bedeutungsvoll und diese Vorstellung machte ihn bald wahnsinnig DRAAAMAAAQUUUEEEEEN, doch er blieb äußerlich vollkommen ruhig und konzentrierte sich auf die Instrumente. Er macht also seinen Job. Endlich. Tolltoll. Trotzdem sah George, der ihn verdammt gut kannte, ihm seine Panik an. „Alan“ begann er „Alan, Ja, sag seinen Namen gleich zweimal. Das klingt doppelt bescheuert ich weiß das Da ist ja wieder mein geliebter das/s-Fehler du Angst hast und ich habe auch Angst, aber wir werden das hinbekommen, da bin ich mir sicher!“ Ich ja eher nicht so sagte er ruhig. „Schließlich sind wir zwei verdammt gute Piloten“ lachte er. AHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA

„Danke George! Ich weiß das zu schätzen. Zieh ein bisschen nach oben bitte, ich will sehen ob ich dort mehr auf dem Radar erkennen kann.“ antwortete Alan und rang sich ein Lächeln ab.

Achso, na dann.

„Klar Kumpel!“ antwortete George und zog die Maschine ein kleines Stück nach oben.
I still ship it.

Doch auch dort hatte Alan nicht mehr Erfolg. Hier oben tobte der Sturm noch heftiger und so musste George bald wieder weiter nach unten ziehen.

Das Flugzeug schaukelte mittlerweile immer stärker und wurde langsam zum Spielzeug des Sturmes.
*schlägt ihren Kopf weinend gegen die Wand*

 

Im Passagierraum kam allmählich Panik auf. Die Forscher sahen ängstlich aus den Fenstern und sahen die riesige Graue Wolkenfront und die zuckenden Blitze. Niemand traute sich zu sprechen. Allesamt hatten sie sich wie verlangt angeschnallt und niemand hatte sich auch nur eine Sekunde ablenken lassen, als die Stewardessen noch einmal die Sicherheitsmaßnahmen erläutert hatten.
Ich bin überrascht, dass noch niemand versucht hat, das Cockpit aufzubrechen und „Ich flieg den Bums jetzt, ihr Luschen!“ zu brüllen.

 

Thema Stewardessen.
Och ne.

Noch immer war Kathy auf dem Klo eingeschlossen und machte keine Anstalten wieder herauszukommen.
Sie hätte einfach nicht so viel von dem Chilli Con Carne essen sollen, dass seit einer Woche in ihrem Kühlschrank gestanden hatte.

Die Stewardessen sollten eigentlich längst angeschnallt auf ihren Sitzen sein, doch sie versuchten angestrengt Kathy aus der Toilette zu lotsen. Doch Kathy gab nicht nach. Erst als eine ihrer Kolleginnen bluffte und behauptete man brauche sie dringend um einem kranken Passagier zu helfen (alle Passagiere waren bei voller Gesundheit), gab Kathy nach und wollte die Tür öffnen.
Kathy ist nicht nur hohl, sondern auch pflichtbewusst. Eine Mary Sue im schlimmsten Sinne. Nur ohne Talente.

Wild wurde sie von der wackelnden Maschine in der Kabine hin und her geschleudert. Sie versuchte verzweifelt die Türe zu erreichen doch sie schaffte es nicht.
Offenbar sind Flugzeugtoiletten im Jahr 20irgendwas sehr viel größer als heute. Klingt ja fast, als könnte man in dem Wellnesstempel wohnen, wenn da genug Platz drin ist, um herumgeschleudert zu werden.
Ihre Knie waren längst aufgeschürft und auch ihre Handgelenke waren Arg ramponiert. Es war ihr zuvor egal gewesen was mit ihr passierte, doch jetzt wo man sie brauchte störte es sie ungemein. Ja, ich schäme mich immer noch für das vermittelte Frauenbild. Immer wenn sie kurz davor war die Tür zu erreichen, wurde sie gegen die Wand geschleudert. Auch die Lampe über ihrem Kopf schwankte bedrohlich. Es war nur eine Frage der Zeit bis sie sich den Kopf stoßen oder ernsthaft verletzen konnte.
Futurstisch-Defektes Flugzeug mit Baumeldeckenlampen im Artdeco-Stil ist kacke.

Die übrigen Stewardessen versuchten nun fieberhaft die Türe aufzubrechen, doch sie schafften es nicht. Unter ihnen befand sich auch ein Steward, doch der war auch keine große Hilfe, nachdem er stürzte und sich an der Schulter verletzte.  Auch mit vereinten Kräften schafften sie es nicht die Türe zu öffnen.
WAS KÖNNEN DIE EIGENTLICH?!?
Kathy hatte inzwischen aufgegeben und brüllte wie am Spieß um Hilfe, nachdem ihre Hand so heftig gegen die Wände schlug das sie diese nicht mehr bewegen konnte.
Bitch, please.

 

George und Alan bekamen davon nichts mit, sie waren so konzentriert auf den Flug dass sie es nicht gemerkt hätten, wäre eine Bombe neben ihnen eingeschlagen. Ich weiß nicht, irgendwie glaube ich eher, dass diese Theorie doch eventuell Lücken aufweist.
Plötzlich schlug eine Bombe ein – eine Bombe in Form einer hysterischen Frauenstimme. Quasi ein akkustisches Armageddon. „Kapitän“ brüllte plötzlich jemand vom Eingang her. George schnellte herum drehte aber sofort wieder um – der Flug war jetzt wichtig –  „Was“ fragte er barsch.

„Es geht um…Kathy.“ lautete die zögerliche Antwort. „Ja und? Was ist nun?“ versetzte George.
Auf solche Dialogführungen kommt man, wenn man unter dem Einfluss von ZDF-Vorabendserien wie ‚Forsthaus Falkenau‘ und ‚Hallo Robbie‘ aufwächst, verehrtes Publikum.
„Sie, sie hat sich im Klo eingeschlossen, wir hatten es geschafft sie daraus zulocken, aber sie kriegt die Tür nicht auf, wir haben versucht die Tür aufzubrechen, aber…..“

begann die junge Stewardess. „Aber was?“ fragte George nun mit leicht angespannter Stimme.  „Aber wir schaffen es nicht! Tom“ (das war der Steward) „ist verletzt und kann nicht helfen. Wir…sie hat geschrieen und auf einmal hörte es auf…wir…wir glauben sie ist …bewusstlos.“ endete die Stewardess mit zittriger Stimme.
Was ist das für 1 Drama?

Es war als hätte jemand Georges Kehle umfasst. Alan blickte ihn an, er sah seinen Chef und Kumpel an und sah wie George panisch wurde.
Ick würde mal sagen, er findet die Alte doch nicht soooo kacke.  

„Übernimm!“ sagte George wie in Trance zu ihm. Und er stürmte los. „Scheiße“ dachte er „Scheiße“. Wankend schlug er sich bis zu Toilette durch. „Weg!“ herrschte er die Stewardessen an, welche sofort zur Seite sprangen. Er stürmte auf die Türe zu und schaffte es, sie aufzubrechen.
Er ist der Hulk. Nur weniger grün. Und weniger beeindruckend. Und dümmer. Und ohne Avengers (Alan könnte nicht mal nach Bissen von radioaktiven Spinnen eine bessere Superkraft entwickeln als dümmlich zu grinsen)
Er sah Kathy reglos in einer Ecke liegend und es trieb ihm die Tränen in die Augen, sie war doch nicht etwa…tot?
Unter direkt sterben läuft im Kopfkino des McJuices Dramaverse halt nix.
schnell versuchte er diesen Gedanken aus seinem Kopf zu verbannen und stürzte auf Kathy zu. Er hob sie Hoch und trug sie nach draußen.
Er hätte sie noch auf sein stolzes Ross gesetzt und ins Schloss zurückgebracht, aber der Gaul war gerade in der Werkstatt zum nachlakieren.
Als er heraus wollte schrammte er sich den Arm an einem losen Türgelenk auf, doch das merkte er vor lauter Sorge um Kathy nicht.

Wir werden noch lernen, dass lose Türgelenke die gefährlichsten, tödlichsten und überhaupt schlimmsten Arschlöcher von allen sind.

Schnell trug George Kathy rüber zu Tom, dem verletzten Steward (mittlerweile verbunden) der noch auf dem Boden saß, herüber und legte Kathy behutsam auf den Boden. Tom sah seinem Kapitän in die glasigen Augen und fühlte wie besorgt dieser war.
Wie sie alle so instant-soulmate-connected sind. Gleich fassen sie sich noch an den Händen und tanzen für den Weltfrieden einen veganen Regentanz.

George beugte sich über Kathy und legte sein Ohr an ihre Brust…
Wenn das Alan oder Anny wüssten…

„Sie lebt“ brüllte er freudig mit tränenerstickter Stimme. Eine Träne der Erleichterung lief seine Wangen herunter.

Kotztüten finden sie in der Vordersitztasche, geneigte Leser.

Sanft tätschelte er ihre blassen sonst so rosigen Wangen. „Kathy“ flüsterte er. „Kathy!“ sie regte sich, blieb aber bewusstlos. Schnell brachte er sie in die stabile Seitenlage und bat um Verbandszeug um sie zu verarzten. Er war sehr vorsichtig und versuchte sich dennoch zu beeilen, die Maschine wackelte nämlich ordentlich, George wollte Alan nicht zu lange allein Fliegen lassen.
Den Trottel würd‘ ich nichtmal alleine seine Socken waschen lassen.

Nachdem er fertig war, wies er die Stewardessen an: „Schaffen sie Kathy bitte auf einen Sitz und schnallen sie sich alle an…ach und passen sie auf das Kathys Kopf überstreckt bleibt!“ dann beugte er sich zu Tom herunter. „Passen sie auf sie auf bitte“ flüsterte er. Und noch immer glitzerten Tränen in seinen Augen.
Entschuldigt mich. *setzt sich mit der Kotztüte in ein romantisches Eckchen*

Dann rannte er durch das schrecklich wankende Flugzeug ins Cockpit zurück.

Inzwischen hatte Alan, der ja nun allein das Flugzeug steuern musste, die Maschine langsam nicht mehr unter Kontrolle. Es geriet in eine gefährliche Steillage und Alan versuchte Krampfhaft es wieder grade zu kriegen.
Alan hat bestimmt andere Talente. Popelkugeln rollen oder so.

Die Stewardessen hatten es geschafft sich endlich auf ihre Plätze zu begeben und die beiden verletzten irgendwie zwischen 2 Sitzen festzugurten. Was auch wirklich Glück war, denn bei dieser Steillage wären sie nur so durch das Flugzeug gepurzelt.
Oh so convinient.

George hingegen kam auf dem Weg zum Cockpit nur schwerlich voran. Er wurde in dem engen Gang dorthin ständig gegen die Wände geschlagen. Seine mittlerweile stark blutende Wunde riss noch mehr auf, doch George bekam vor lauter Hektik nichts davon mit. „Was zum Teufel macht Alan da?“ dachte er. Er konnte sich zum Glück an einem Haken an der Decke festhalten als das Flugzeug völlig schräg lag.
Wir alle kennen das – wenn man so blutend durchs Flugzeug wankt gibt es nichts besseres als die weltbekannten Deckenhaken, um den Tag zu retten.
Aus dem Passagierraum drang ängstliches Geschrei.
Lasst alle Hoffnung fahren und zu den Fallschirmen! Dramaqueens zuerst!

Endlich hatte George es geschafft sich zur Türe des Cockpits zu Hangeln.
Tarzan – Plane Edition
Er stürmte zurück an seinen Platz und brüllte: „Alan! Was zur Hölle machst du da? Ich übernehme wieder! Geh zurück an deinen Platz!“ Ohne ein Wort zu verlieren tat Alan wie ihm geheißen.
Dann leckte er sich seine Welpentatzen und versuchte, einen Hundekuchen zu erbetteln.

„Verdammt, wir verlieren an Höhe“ schrie Alan plötzlich als er auf das Höhenmesser schaute.
Und warum? Häh? Weil ich’s kann. Muhahahahaha.

George achtete gar nicht auf ihn, er versuchte fieberhaft die Maschine wieder gerade und vor allem  wieder hoch zu ziehen. Unter mobilisieren all seiner Konzentration schaffte er es schließlich.
*slow clap*
Er wandte sich an den schuldbewussten Alan. „Was war denn los?“ fragte er ihn. „Ich weiß nicht, ich wusste es, ich schaffe das alleine nicht, ich bin ein Scheiß Pilot!“ antwortete dieser bedrückt und senkte den Kopf.
Ich fürchte fast, Selbsterkenntnis wird hier nicht der erste Schritt zur Besserung sein.
„Was redest du den da?“ fragte George „Das stimmt doch überhaupt nicht!“ sagte er erschrocken. „Ach, ja? Und warum konnte ich die Maschine dann nicht gerade halten?“ fragte Alan traurig. „Ganz einfach“ begann George „Du hattest einfach kein Vertrauen in dich! So und jetzt reiß dich endlich mal am Riemen und sag mir ob wir wieder hoch genug sind!“ sagte er barsch.
In seiner Freizeit textet McSäfte Sprüchekalender mit Durchhalteparolen und Selbstliebe-Anleitungen wie ‚Rock‘ den Tag, du geiles Biest!‘

„Äh, ja sind wir! Und äh ´tschuldigung George!“ meinte Alan zerknirscht. „Schon gut!“ brummte George. Jetzt, da die Situation wieder entspannt war fiel Alan wieder ein warum George weg gewesen war. „Was ist mit Kathy?“ fragte er nun besorgt, während er das Radar beobachtete. „Ich hab sie aus der Toilette raus geholt! Sie ist bewusstlos und hat einige Aufschürfungen, aber ansonsten scheint sie in Ordnung. Sobald wir endlich irgendwo landen können, bringen wir sie sofort in ein Krankenhaus, Tom Caroliners müssen wir auch sofort zu einem Arzt schicken, der hat sich vermutlich die Schulter ausgekugelt und sein Knöchel scheint auch verstaucht.“ Sagte George trocken. Alan atmete auf. Er hatte sich ernsthaft sorgen um Kathy gemacht aber nun lebte er wieder auf und war wieder zum Scherzen  aufgelegt.
War kurz eingeschlafen, hab‘ ich was verpasst?

„Gott sei dank“ murmelte er. Stille. Zum ersten Mal seit etwa 10 Minuten sah Alan seinen Piloten wieder an. Er erschrak. „Äh sag mal George“ begann er, „weißt du eigentlich dass du an der rechten Schulter blutest wie ein Schwein?“ fragte er.
Wenn schon bluten, dann direkt eskalativ.

„Wie jetzt?“ sagte George der die Schmerzen in all der Hast gar nicht bemerkt hatte und plötzlich merkte dass seine Schulter vor Schmerzen pochte. Er schaute sie an. „Ach du Schei … benkleister!“ bemerkte er.
Die 14-jährige writressbyheart sagte nicht ‚scheiße‘ (als ob!)

„Soll ich das mal verbinden?“ fragte Alan.

„Hm,  nein, ruf lieber eine der Stewardessen! Ich brauch dich jetzt hier.“ Antwortete George freundlich.
I will go dooooown with that shiiiiiip

„Eiei Chef!“ Witzelte Alan. „Mrs. Cansington, bitte ins Cockpit!” hallte es bald durch das Flugzeug.

„Und du nimmst gleich wieder eine von den hübschen du alter Schlawiner!“ lachte George.
Es ist an der Zeit, dass ich mich auch für das vermittelte Männerbild entschuldige.
Langsam begann Georges Schulter wirklich weh zu tun doch er biss die Zähne zusammen und ließ sich nichts anmerken.
Wie so ein Arbeitnehmer im 21 Jahrhundert

Das Flugzeug schaukelte nach wie vor wie wild, doch mittlerweile hatten sich alle daran gewöhnt.
Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist schööön

Wenige Minuten später stand Veronica Cansington im Rahmen.

Sie war wirklich eine Schönheit: lange Beine, eine fantastische Figur, lange wehende braune Haare und tiefblaue Augen. Sie war eine der nettesten Frauen die George und Alan je getroffen hatten, immer zuvorkommend und vor allem war sie wirklich Hochintelligent.
Vielleicht ist sie auch die ultimative Mary Sue. Fehlt nur noch, dass sie in der Sonne glitzert.
Und ehrlich gesprochen war Alan ganz schön in sie verknallt. Er kannte Veronica noch nicht lange, sie waren noch nicht einmal per Vorname.
Erzähl‘ mir mehr -.-

„Wie kann ich den beiden Piloten behilflich sein?“ flötete Veronica.
Flirten am Abgrund des Todes. Was Mary Sues halt so tun.

„Ähm …“ Alan lief rot an „Also…“ George musste sich zurückhalten nicht zu lachen so ungeschickt wie sich sein Kollege anstellte. „Mr. Mc.Juices ist an der Schulter verletzt, würden sie die Wunde bitte versorgen?“ brachte Alan schließlich hervor.
Und warum liegt hier eigentlich Stroh?

„Natürlich! Ich hole nur eben den Verbandskasten!“ sagte Veronica lächelnd und verließ das Cockpit. Alan seufzte. George lachte in sich hinein.
Er freut sich einfach so, dass Alan nicht in Ohnmacht gefallen ist!
„Mal eben“ den Verbandskasten holen, das klingt einfach, ist es aber in einem wankenden Flugzeug nicht.
Ich hatte einfach so großes Vertrauen in die Intelligenz der imaginären Leser!
Georges Schulter hörte indes einfach nicht mehr auf zu bluten, es wurde höchste Zeit sie zu verbinden. Es vergingen 5 Minuten bis Veronica endlich wieder auftauchte. George hielt sich inzwischen die Schulter, denn seine Schmerzen wurden allmählich stärker.

„Sorry! Es ging nicht schneller, bin unterwegs nämlich hingefallen, ist aber nichts passiert!“ meinte Veronica. Sie ging zu George herüber „Dann lassen sie mal sehen!“ sagte sie und besah sich die Schulter. „Mh!“ machte sie. „Was ist?“ fragte George ohne einmal den Flug außer Acht zu lassen. „Sie müssen ihr Hemd mal kurz ausziehen, sonst kann ich das nicht desinfizieren!“ sagte Veronica. „Na gut“ murrte George verärgert. George zog sein Hemd an der rechten Schulter herunter und Veronica schaute sich die Wunde an. „Ach herrje!“ murmelte sie. „Ganz schön tief!“ Sie desinfizierte die Wunde (wobei George ordentlich fluchte) und verband die Schulter. „So, fertig!“ sagte sie und betrachtete stolz ihr „Kunstwerk“.

„Danke“ sagte George, zog das Hemd mit einer Hand wieder Hoch (Die andere am Höhenruder) und lächelte.

„Kein Problem!“ sagte Veronica und verschwand wieder. „Glückspilz!“ murmelte Alan.
Meine Gehirnzellen, sie sterben. Langsam und qualvoll.

 

 

Na, alle noch am Leben, oder habe ich eure Gehirne zum Schmelzen gebracht? 😀